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	<title>Blog Blindgaengerin</title>
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	<title>Blog Blindgaengerin</title>
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		<title>Beim DOK 2025 in Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 15:18:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hier und da unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[DOK Leipzig 2025]]></category>
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					<description><![CDATA[Barfuß oder Anzugschuh, alles zu seiner Zeit! Ohne Schuhe legten einst Franziskanermönche &#8211; auch Barfüßer genannt &#8211; den Weg zwischen dem Markt und ihrem Kloster im Nordwesten Leipzigs zurück. So wurde aus dem Weg die Barfußgasse. Das Barfußgäßchen, ein 160 Meter langer Teil dieser Gasse mit vielen Restaurants und Bars, erfreut sich heute vor allem bei Touristen großer Beliebtheit. Ein gezeichnetes Paar eleganter orangeroter Anzugschuhe ohne Schnürsenkel auf beigefarbenem Grund ist das von Stefan Ibrahim gestaltete Motiv des „68. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm“ vom 27.10. bis 02.11.2025! Zitat des Leipziger Grafikers und Illustratoren: &#8222;Das liegende Paar Schuhe ist hier die Momentaufnahme, das Standbild gewohnter Dynamiken. Immer in Bewegung zu sein, und doch im richtigen Moment stehen bleiben zu können, das ist ein Privileg und vielleicht auch eine Pflicht. Mit den Füßen abstimmen &#8211; das ist nicht nur Weggehen, das ist auch Hingehen und auch Bleiben.&#8220; Das DOK spielt sich hauptsächlich in der Leipziger Innenstadt ab, die vom Hauptbahnhof fußläufig erreichbar ist. Bei den vielen Wegen zwischen Hotel, Spielstätten, Veranstaltungsorten und Restaurants kommen reichlich Schritte zusammen. Da ist bequemes wetterfestes Schuhwerk angesagt. Meine Füße steckten in braunen Stiefeletten. Orangerot als Schuhfarbe ist ja eher die Ausnahme. Aber eine beeindruckende Auswahl davon kann im diesjährigen Festivaltrailer bestaunt werden. Von schräg hinten gefilmt eilen zwei Füße zielstrebig durch die Stadt, gefühlt bei jedem Schritt in anderen Schuhen, von den Gummistiefeln bis zu Sandalen. Und ein zweiter Rotton dominierte das DOK 2025. Die Landesregierung des Freistaates Sachsen hatte einen knallroten Rotstift angesetzt! Mit Beschluss des Doppelhaushalts 2025/26 des Freistaates Sachsen wurden die Mittel für barrierefreie Filmangebote beim DOK von 50 Tausend Euro in 2023/24 und sogar 67 Tausend Euro im Jahr 2022 komplett gestrichen. Seit 2017 regelmäßig zu Gast beim DOK, freute ich mich über die große und interessante Auswahl von Filmen mit Audiodeskription und schrieb in meinem Blog über die Barrierefreiheit und Zugänglichkeit der jeweiligen Festivalausgabe. Für das Jahr 2024 lautete mein Fazit: „Das DOK Leipzig ist und bleibt ein Schwergewicht in beiden Aspekten!“ Dank des großartigen Engagements des Festivals unter der Leitung von Christoph Terhechte konnten mit einer im Sommer gestarteten Crowdfunding-Kampagne zehntausend Euro eingesammelt und damit das Schlimmste abgewendet werden! „Mit dem Spendengeld aus unserem Crowdfunding können wir letztendlich für 3 Filme erweiterte Untertitel (SDH) und für 2 Filme Audiodeskriptionen anfertigen lassen. Durch die großartige Unterstützung von D-Facto Motion GmbH, Greta und Starks und Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH wird es darüber hinaus eine Audiodeskription für einen Film aus der Sektion „Young Eyes“ geben, der auch in einer Schulvorstellung gezeigt wird. Vielen Dank an alle, die uns geholfen haben!“ heißt es in einer Pressemitteilung des DOK. Noch einmal zum Vergleich: In den vergangenen Jahren waren durch die Projektförderung des Freistaates Sachsen pro Festivalausgabe bis zu 35 Filme barrierefrei zugänglich. Dieses Ziel sollte auch weiterhin anvisiert werden, keine leichte Aufgabe für Aleksandra (Ola) Staszel, die neue Intendantin des DOK und Geschäftsführerin der Leipziger DOK-Filmwochen GmbH. Nichtsdestotrotz, ich hatte mich auf drei Tage in Leipzig gefreut und war sehr gespannt auf den Dokumentarfilm aus Frankreich „Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students“ von Claire Simon, mit dem das Festival feierlich eröffnet wurde. Hier der Vollständigkeit halber auch der französische Filmtitel: „Écrire la vie – Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens“. Schülerinnen und Schüler eines französischen Gymnasiums lesen aus dem Werk der Feministin, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Annie Ernaux vor, natürlich auf französisch. Zu meiner Überraschung konnte ich den wunderschön vorgetragenen Texten und den anschließenden Diskussionen in der Klasse sehr gut folgen. Und wieder bestätigte sich meine These: Dokumentarfilme erweitern den Horizont, jedenfalls meinen. Sehr wortkarg, aber um so geräuschvoller, ging es am nächsten Tag weiter mit „The Inheritors“ von Serge-Olivier Rondeau. Aber Nino, der wieder einmal bei jedem Schritt an meiner Seite war, hatte mich vorgewarnt. Ich ließ mich auf das Rauschen des Meeres ein, lauschte dem tosenden Wind und zuckte zusammen, wenn gefühlt Millionen Möwen auf einmal losschrien. Dieser bildgewaltige Film über eine der weltweit größten Ringschnabelmöwen-Kolonie auf der kanadischen Insel „Île Deslauriers“ schrie gerade so nach einer Audiodeskription! Leider vergeblich. Genauso schön wie Filmeschauen ist es, Leute zu treffen, sich auszutauschen und zu vernetzen. Eine schöne Gelegenheit dazu bot der erste Empfang der Deutschen Filmakademie während des DOK im „Pilot“, meinem Lieblingsrestaurant in Leipzig. Eingeladen waren Mitglieder, Freunde und Fördermitglieder der Akademie. Nino und ich wurden sehr herzlich von den Vorständen der Sektion Dokumentarfilm, Kathrin Lemme und Enrique Sánchez Lansch begrüßt. Und schon waren die zwei Stunden mit schönen Gesprächen bei leckeren Snacks vorbei. Dann kam endlich die Greta App zum Einsatz bei „Intersection &#8211; Alles ist politisch“ von Karoline Rößler, einer der drei Filme mit Audiodeskription. Sechs Menschen sitzen mal zusammen an einem Tisch oder werden einzeln interviewt. Sie sprechen darüber, wie sie gesellschaftliche Ungleichheit und Diskriminierung klar benennen und beidem öffentlich entgegentreten. Aber wie kann Diskriminierung besonders für nichtbetroffene Menschen erfahrbar werden? Zum Beispiel mit einem interaktiven unfairen Videospiel auf dem Handy. Ein Dreieck, ein Kreis und ein Quadrat in verschiedenen Farben und unterschiedlich groß treten gegeneinander an, die eine Form mit Privilegien, die anderen unter erschwerten Bedingungen. Mir gefiel das Zusammenspiel von Gesprächen und den vielen Videospielen. Die Regisseurin Karoline Rößler erhielt den film.land.sachsen-Preis für Filmkultur im ländlichen Raum, verliehen in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen e.V.! Ob die Audiodeskription preisverdächtig war, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Aber ohne wäre ich vor allem bei den Videospielen hoffnungslos aufgeschmissen gewesen. Und jetzt nur kurz zu den weiteren zwei Filmen mit Audiodeskription: Der Preis der Jury aus Strafgefangenen der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen ging an „Sedimente“ von Laura Coppens! Bis jetzt waren alle Filme, die von den Jungs ausgezeichnet wurden, auch meine Favoriten. Um so trauriger, dass ich mir „Sedimente“ aus Zeitgründen nicht anschauen konnte. „Austroschwarz“ von Mwita Mataro und Helmut Karner kannte ich schon durch meine redaktionelle Arbeit an der Audiodeskription. Diese wurde möglich durch das Engagement von D-Facto Motion GmbH. Das Honorar der Sprecherin sponserte Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH. Möchte ich diese Bilder auf der Leinwand wirklich genau beschrieben bekommen? Letztlich beantworte]]></description>
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<p><strong>Barfuß oder Anzugschuh, alles zu seiner Zeit!</strong></p>



<p>Ohne Schuhe legten einst Franziskanermönche &#8211; auch Barfüßer genannt &#8211; den Weg zwischen dem Markt und ihrem Kloster im Nordwesten Leipzigs zurück. So wurde aus dem Weg die Barfußgasse.</p>



<p>Das Barfußgäßchen, ein 160 Meter langer Teil dieser Gasse mit vielen Restaurants und Bars, erfreut sich heute vor allem bei Touristen großer Beliebtheit.</p>



<p>Ein gezeichnetes Paar eleganter orangeroter Anzugschuhe ohne Schnürsenkel auf beigefarbenem Grund ist das von Stefan Ibrahim gestaltete Motiv des</p>



<p><strong>„68. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm“</strong></p>



<p>vom 27.10. bis 02.11.2025!</p>



<p>Zitat des Leipziger Grafikers und Illustratoren: &#8222;Das liegende Paar Schuhe ist hier die Momentaufnahme, das Standbild gewohnter Dynamiken. Immer in Bewegung zu sein, und doch im richtigen Moment stehen bleiben zu können, das ist ein Privileg und vielleicht auch eine Pflicht. Mit den Füßen abstimmen &#8211; das ist nicht nur Weggehen, das ist auch Hingehen und auch Bleiben.&#8220;</p>



<p>Das DOK spielt sich hauptsächlich in der Leipziger Innenstadt ab, die vom Hauptbahnhof fußläufig erreichbar ist. Bei den vielen Wegen zwischen Hotel, Spielstätten, Veranstaltungsorten und Restaurants kommen reichlich Schritte zusammen. Da ist bequemes wetterfestes Schuhwerk angesagt. Meine Füße steckten in braunen Stiefeletten.</p>



<p>Orangerot als Schuhfarbe ist ja eher die Ausnahme. Aber eine beeindruckende Auswahl davon kann im diesjährigen Festivaltrailer bestaunt werden. Von schräg hinten gefilmt eilen zwei Füße zielstrebig durch die Stadt, gefühlt bei jedem Schritt in anderen Schuhen, von den Gummistiefeln bis zu Sandalen.</p>



<p>Und ein zweiter Rotton dominierte das DOK 2025. Die Landesregierung des Freistaates Sachsen hatte einen <strong>knallroten Rotstift</strong> angesetzt!</p>



<p>Mit Beschluss des Doppelhaushalts 2025/26 des Freistaates Sachsen wurden die Mittel für barrierefreie Filmangebote beim DOK von 50 Tausend Euro in 2023/24 und sogar 67 Tausend Euro im Jahr 2022 komplett gestrichen.</p>



<p>Seit 2017 regelmäßig zu Gast beim DOK, freute ich mich über die große und interessante Auswahl von Filmen mit Audiodeskription und schrieb in meinem Blog über die Barrierefreiheit und Zugänglichkeit der jeweiligen Festivalausgabe. Für das Jahr 2024 lautete mein Fazit: „Das DOK Leipzig ist und bleibt ein Schwergewicht in beiden Aspekten!“</p>



<p>Dank des großartigen Engagements des Festivals unter der Leitung von Christoph Terhechte konnten mit einer im Sommer gestarteten Crowdfunding-Kampagne zehntausend Euro eingesammelt und damit das Schlimmste abgewendet werden!</p>



<p>„Mit dem Spendengeld aus unserem Crowdfunding können wir letztendlich für 3 Filme erweiterte Untertitel (SDH) und für 2 Filme Audiodeskriptionen anfertigen lassen. Durch die großartige Unterstützung von D-Facto Motion GmbH, Greta und Starks und Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH wird es darüber hinaus eine Audiodeskription für einen Film aus der Sektion „Young Eyes“ geben, der auch in einer Schulvorstellung gezeigt wird. Vielen Dank an alle, die uns geholfen haben!“ heißt es in einer Pressemitteilung des DOK.</p>



<p>Noch einmal zum Vergleich: In den vergangenen Jahren waren durch die Projektförderung des Freistaates Sachsen pro Festivalausgabe bis zu 35 Filme barrierefrei zugänglich.</p>



<p>Dieses Ziel sollte auch weiterhin anvisiert werden, keine leichte Aufgabe für Aleksandra (Ola) Staszel, die neue Intendantin des DOK und Geschäftsführerin der Leipziger DOK-Filmwochen GmbH.</p>



<p>Nichtsdestotrotz, ich hatte mich auf drei Tage in Leipzig gefreut und war sehr gespannt auf den Dokumentarfilm aus Frankreich</p>



<p><strong>„Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students“</strong> von Claire Simon,</p>



<p>mit dem das Festival feierlich eröffnet wurde.</p>



<p>Hier der Vollständigkeit halber auch der französische Filmtitel:</p>



<p><strong>„Écrire la vie – Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens“</strong>.</p>



<p>Schülerinnen und Schüler eines französischen Gymnasiums lesen aus dem Werk der Feministin, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Annie Ernaux vor, natürlich auf französisch. Zu meiner Überraschung konnte ich den wunderschön vorgetragenen Texten und den anschließenden Diskussionen in der Klasse sehr gut folgen. Und wieder bestätigte sich meine These: Dokumentarfilme erweitern den Horizont, jedenfalls meinen.</p>



<p>Sehr wortkarg, aber um so geräuschvoller, ging es am nächsten Tag weiter mit</p>



<p><strong>„The Inheritors“</strong> von Serge-Olivier Rondeau.</p>



<p>Aber Nino, der wieder einmal bei jedem Schritt an meiner Seite war, hatte mich vorgewarnt. Ich ließ mich auf das Rauschen des Meeres ein, lauschte dem tosenden Wind und zuckte zusammen, wenn gefühlt Millionen Möwen auf einmal losschrien. Dieser bildgewaltige Film über eine der weltweit größten Ringschnabelmöwen-Kolonie auf der kanadischen Insel „Île Deslauriers“ schrie gerade so nach einer Audiodeskription! Leider vergeblich.</p>



<p>Genauso schön wie Filmeschauen ist es, Leute zu treffen, sich auszutauschen und zu vernetzen.</p>



<p>Eine schöne Gelegenheit dazu bot der erste Empfang der Deutschen Filmakademie während des DOK im „Pilot“, meinem Lieblingsrestaurant in Leipzig. Eingeladen waren Mitglieder, Freunde und Fördermitglieder der Akademie. Nino und ich wurden sehr herzlich von den Vorständen der Sektion Dokumentarfilm, Kathrin Lemme und Enrique Sánchez Lansch begrüßt. Und schon waren die zwei Stunden mit schönen Gesprächen bei leckeren Snacks vorbei.</p>



<p>Dann kam endlich die Greta App zum Einsatz bei</p>



<p><strong>„Intersection &#8211; Alles ist politisch“</strong> von Karoline Rößler,</p>



<p>einer der drei Filme mit Audiodeskription.</p>



<p>Sechs Menschen sitzen mal zusammen an einem Tisch oder werden einzeln interviewt. Sie sprechen darüber, wie sie gesellschaftliche Ungleichheit und Diskriminierung klar benennen und beidem öffentlich entgegentreten. Aber wie kann Diskriminierung besonders für nichtbetroffene Menschen erfahrbar werden? Zum Beispiel mit einem interaktiven unfairen Videospiel auf dem Handy.</p>



<p>Ein Dreieck, ein Kreis und ein Quadrat in verschiedenen Farben und unterschiedlich groß treten gegeneinander an, die eine Form mit Privilegien, die anderen unter erschwerten Bedingungen.</p>



<p>Mir gefiel das Zusammenspiel von Gesprächen und den vielen Videospielen. Die Regisseurin Karoline Rößler erhielt den film.land.sachsen-Preis für Filmkultur im ländlichen Raum, verliehen in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen e.V.!</p>



<p>Ob die Audiodeskription preisverdächtig war, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Aber ohne wäre ich vor allem bei den Videospielen hoffnungslos aufgeschmissen gewesen.</p>



<p>Und jetzt nur kurz zu den weiteren zwei Filmen mit Audiodeskription:</p>



<p>Der Preis der Jury aus Strafgefangenen der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen ging an</p>



<p><strong>„Sedimente“</strong> von Laura Coppens!</p>



<p>Bis jetzt waren alle Filme, die von den Jungs ausgezeichnet wurden, auch meine Favoriten. Um so trauriger, dass ich mir „Sedimente“ aus Zeitgründen nicht anschauen konnte.</p>



<p><strong>„Austroschwarz“</strong> von Mwita Mataro und Helmut Karner</p>



<p>kannte ich schon durch meine redaktionelle Arbeit an der Audiodeskription. Diese wurde möglich durch das Engagement von D-Facto Motion GmbH. Das Honorar der Sprecherin sponserte Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH.</p>



<p>Möchte ich diese Bilder auf der Leinwand wirklich genau beschrieben bekommen?</p>



<p>Letztlich beantworte ich mir diese Frage immer mit einem eindeutigen JA! Und so auch bei</p>



<p><strong>„Flophouse America“ </strong>von Monica Strømdahl</p>



<p>Ein einfaches Hotelzimmer mit Bad, eigentlich für zwei Personen gedacht, ist das dauerhafte Zuhause einer dreiköpfigen Familie plus einer Katze. Der schon über den Filmton vermittelten Enge ohne Rückzugsmöglichkeit für den Sohn und die Eltern konnte ich mich kaum entziehen. Das hatte etwas sehr Bedrückendes. Aber ein Bild, das den drei Menschen gerecht wird, konnte ich mir ohne Audiodeskription leider nicht machen.</p>



<p>Und jetzt zu meiner letzten Amtshandlung beim DOK Industry Talk 2025 zum brandaktuellen Thema</p>



<p><strong>„Zugänglichkeit – Chancen und Herausforderungen für Filmproduktionen und Festivals“</strong>.</p>



<p>Auf dem Podium saßen Karoline Rößler,Studentin im Master Regie und Dokumentarfilm an der Filmuniversität Konrad Wolf, Nadja Smith von der Filmförderungsanstaltund ich.</p>



<p>Paula Schumann, Hörfilmautorin und Projektleiterin Inklusion beim DOK, moderierte auf englisch und hatte mir zum Glück die Fragen vorher auch auf deutsch geschickt. Nach der ersten Fragerunde wurde die englische Fassung von Kinoblindgängers Video „HEROES FOR ALL – Accessible Filmversion: How does it work?“ gezeigt.</p>



<p>Am Ende des Festivaltrailers, leider ohne Audiodeskription, werden zwei an Schnürsenkeln zusammengebundene Schuhe hochgeworfen und hängen dann über einem Straßenschild. Ich behielt meine Stiefeletten an den Füßen. Ohne Schnürsenkel wäre das sogenannte Shoefiti sowieso zum Scheitern verurteilt gewesen.</p>



<p><strong>Jetzt bedanke ich mich herzlich noch einmal bei meinem Begleiter Nino, bei Nina Kühne und Alena Flemming vom Pressebüro für die Einladung zum DOK und für das wieder einmal geduldige Warten auf den Blogbeitrag!</strong></p>



<p></p>
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		<title>Marie macht Platz für Luca</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2025 14:46:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kino für die Ohren: Wie funktioniert's?]]></category>
		<category><![CDATA[Heroes für alle]]></category>
		<category><![CDATA[Luca]]></category>
		<category><![CDATA[Marie]]></category>
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					<description><![CDATA[„Manchmal verschwinden Personen auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung, ganz plötzlich. Manchmal ist das schade. Oft auch nicht. Aber es erscheinen auch neue auf der Bildfläche, genauso unvermittelt, sie ploppen förmlich auf: Hier ist die Marie!“So heißt es gleich am Anfang in Blindgängerins Blogbeitrag vom September 2017.Und prompt war Marie auf Kinoblindgängers Webseite aufgeploppt. Sie hat es sich auf einem Filmstreifen gemütlich gemacht und lässt entspannt die Beine baumeln. Ein Smartphone in der rechten Hand, liest sie mit ihren blauen Augen die erweiterten Untertitel/ SDH auf dem Display, und um die Audiodeskription zu hören, hat sie Kopfhörer um den Hals.Sie war von Anfang an Kinoblindgängers Maskottchen und die Stellvertreterin für den recht uncharmanten technischen Begriff „Barrierefreie Filmfassung“.Mit der Marie &#8211; einer von Kinoblindgänger mit Spendengeldern produzierten Audiodeskription und erweiterten Untertiteln &#8211; und dem Smartphone ins Kino gehen, das hat bereits 16-mal geklappt!Eigentlich war sie gekommen, um zu bleiben, aber nach dieser erfolgreichen Bilanz macht Marie jetzt Platz für Luca aus Kinoblindgängers animiertem Video „HEROES FÜR ALLE – Barrierefreie Filmfassung: Wie geht das?“ Mit einem weinenden Auge hat sich das Kinoblindgänger-Team von Marie verabschiedet und begrüßt mit einem lachenden Auge das neue Maskottchen Luca, die sympathische, birnenförmige weiße Figur mit blauer Umrandung, langen Armen und Beinen und Kulleraugen. Die ist auch schon auf der Webseite aufgeploppt.Nach einer Crowdfunding-Kampagne bei Startnext mit über 100 Unterstützerinnen und Unterstützern produzierte die Kinoblindgänger gGmbH das für den Einsatz in Filmhochschulen konzipierte Video. Es richtet sich aber auch an alle anderen interessierten Filmfans. Kein Bild auf der Leinwand oder kein Ton im Kinosaal?!So erleben Filmfans mit Seh- und Hörbehinderung einen Film ohne barrierefreie Fassung. Aber wer erstellt diese Filmfassung, wann und wie?Luca gibt auf diese komplexe Frage kurz gefasste Antworten – mit einem Augenzwinkern und einer spannungsgeladenen, exklusiv produzierten Filmszene als praktischem Beispiel.Anhand dieser fiktiven, von Filmklassikern wie „Casablanca“ und „Lola rennt“ inspirierten Filmszene wird Schritt für Schritt nachvollziehbar, wie die barrierefreie Filmfassung entsteht und dem Zielpublikum zugänglich gemacht wird.Das Video soll Ausbildungseinrichtungen der Filmbranche im deutschsprachigen Raum und die englische Version international zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist auch der Einsatz auf Filmfestivals geplant, um dort die Auseinandersetzung mit dem Thema „Barrierefreie Filmfassung“ zu unterstützen.Die großartige Premiere war am 12. Juni 2025 im Delphi LUX Berlin. Hier kann nach Herzenslust gelauscht und geschaut und zwischen drei deutschen und zwei englischen Versionen gewählt werden, mal mit mal ohne barrierefreie Fassung:https://youtube.com/playlist?list=PLuMDSTYBbFSeld9WuXaaP8DkbwVnZjaEi&#38;si=sYfK37K83lhPzT-Whttps://www.interfilm.de/kinoverleih/filmkatalog/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/Außerdem stehen die Audiodeskription, die erweiterten Untertitel/ SDH und erstmals in Deutschland auch ein Video mit deutscher Gebärdensprache bei der Greta App unter „Events“ zum Download bereit. Übrigens, auch Luca ist gekommen, um zu bleiben, und Marie ist ja nicht wirklich weg. Sie wird weiterhin allerdings im Verborgenen dafür sorgen, dass das Zielpublikum mit einer von Kinoblindgänger mit Spendengeldern produzierten barrierefreien Fassung ins Kino gehen kanUnter den folgenden Links gibt es Informationen zum Projekt „HEROES FÜR ALLE“ und den Blogbeitrag „Hoppla, jetzt kommt die Marie“ zum Nachlesen: https://www.kinoblindgaenger.com/projekte/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/https://www.blindgaengerin.com/hoppla-jetzt-kommt-die-marie/]]></description>
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<p>„Manchmal verschwinden Personen auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung, ganz plötzlich. Manchmal ist das schade. Oft auch nicht. Aber es erscheinen auch neue auf der Bildfläche, genauso unvermittelt, sie ploppen förmlich auf: Hier ist die Marie!“<br>So heißt es gleich am Anfang in Blindgängerins Blogbeitrag vom September 2017.<br>Und prompt war Marie auf Kinoblindgängers Webseite aufgeploppt. Sie hat es sich auf einem Filmstreifen gemütlich gemacht und lässt entspannt die Beine baumeln. Ein Smartphone in der rechten Hand, liest sie mit ihren blauen Augen die erweiterten Untertitel/ SDH auf dem Display, und um die Audiodeskription zu hören, hat sie Kopfhörer um den Hals.<br>Sie war von Anfang an Kinoblindgängers Maskottchen und die Stellvertreterin für den recht uncharmanten technischen Begriff „Barrierefreie Filmfassung“.<br>Mit der Marie &#8211; einer von Kinoblindgänger mit Spendengeldern produzierten Audiodeskription und erweiterten Untertiteln &#8211; und dem Smartphone ins Kino gehen, das hat bereits 16-mal geklappt!<br>Eigentlich war sie gekommen, um zu bleiben, aber nach dieser erfolgreichen Bilanz macht Marie jetzt Platz für Luca aus Kinoblindgängers animiertem Video „HEROES FÜR ALLE – Barrierefreie Filmfassung: Wie geht das?“<br></p>



<p>Mit einem weinenden Auge hat sich das Kinoblindgänger-Team von Marie verabschiedet und begrüßt mit einem lachenden Auge das neue Maskottchen Luca, die sympathische, birnenförmige weiße Figur mit blauer Umrandung, langen Armen und Beinen und Kulleraugen. Die ist auch schon auf der Webseite aufgeploppt.<br>Nach einer Crowdfunding-Kampagne bei Startnext mit über 100 Unterstützerinnen und Unterstützern produzierte die Kinoblindgänger gGmbH das für den Einsatz in Filmhochschulen konzipierte Video. Es richtet sich aber auch an alle anderen interessierten Filmfans.</p>



<p><br><strong>Kein Bild auf der Leinwand oder kein Ton im Kinosaal?!</strong><br>So erleben Filmfans mit Seh- und Hörbehinderung einen Film ohne barrierefreie Fassung.<br></p>



<p><strong>Aber wer erstellt diese Filmfassung, wann und wie?</strong><br>Luca gibt auf diese komplexe Frage kurz gefasste Antworten – mit einem Augenzwinkern und einer spannungsgeladenen, exklusiv produzierten Filmszene als praktischem Beispiel.<br>Anhand dieser fiktiven, von Filmklassikern wie „Casablanca“ und „Lola rennt“ inspirierten Filmszene wird Schritt für Schritt nachvollziehbar, wie die barrierefreie Filmfassung entsteht und dem Zielpublikum zugänglich gemacht wird.<br>Das Video soll Ausbildungseinrichtungen der Filmbranche im deutschsprachigen Raum und die englische Version international zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist auch der Einsatz auf Filmfestivals geplant, um dort die Auseinandersetzung mit dem Thema „Barrierefreie Filmfassung“ zu unterstützen.<br>Die großartige Premiere war am 12. Juni 2025 im Delphi LUX Berlin.</p>



<p><br>Hier kann nach Herzenslust gelauscht und geschaut und zwischen drei deutschen und zwei englischen Versionen gewählt werden, mal mit mal ohne barrierefreie Fassung:<br><a href="https://youtube.com/playlist?list=PLuMDSTYBbFSeld9WuXaaP8DkbwVnZjaEi&amp;si=sYfK37K83lhPzT-W">https://youtube.com/playlist?list=PLuMDSTYBbFSeld9WuXaaP8DkbwVnZjaEi&amp;si=sYfK37K83lhPzT-W</a><br><a href="https://www.interfilm.de/kinoverleih/filmkatalog/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/">https://www.interfilm.de/kinoverleih/filmkatalog/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/</a><br>Außerdem stehen die Audiodeskription, die erweiterten Untertitel/ SDH und erstmals in Deutschland auch ein Video mit deutscher Gebärdensprache bei der Greta App unter „Events“ zum Download bereit.</p>



<p><br>Übrigens, auch Luca ist gekommen, um zu bleiben, und Marie ist ja nicht wirklich weg. Sie wird weiterhin allerdings im Verborgenen dafür sorgen, dass das Zielpublikum mit einer von Kinoblindgänger mit Spendengeldern produzierten barrierefreien Fassung ins Kino gehen kan<br>Unter den folgenden Links gibt es Informationen zum Projekt „HEROES FÜR ALLE“ und den Blogbeitrag „Hoppla, jetzt kommt die Marie“ zum Nachlesen:</p>



<p><a href="https://www.kinoblindgaenger.com/projekte/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/">https://www.kinoblindgaenger.com/projekte/heroes-fuer-alle-barrierefreie-filmfassung-wie-geht-das/</a><br><a href="https://www.blindgaengerin.com/hoppla-jetzt-kommt-die-marie/">https://www.blindgaengerin.com/hoppla-jetzt-kommt-die-marie/</a><br></p>



<p></p>
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		<title>Mit Ralf bei der Berlinale im Zirkus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 12:58:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hier und da unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Nicolai]]></category>
		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Kämer]]></category>
		<category><![CDATA[Solo Sunny]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkuskind]]></category>
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					<description><![CDATA[Und ich übergebe gleich das Wort an meinen geschätzten Kollegen und guten Freund, den Journalisten und Filmbeschreiber Ralf Krämer: „Ob es nun ein Geschenk zum 75. Geburtstag der Berlinale war oder nicht, in diesem Jahr gab es auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin für blinde und sehbehinderte Kinofans ein größeres Angebot als je zuvor.15 deutsch- und ein englischsprachiger Film mit deutscher Audiodeskription standen auf dem Programm. Dazu zählte auch der Dokumentarfilm „Zirkuskind“.Die ganz besondere Vorführung im großen Saal des Berliner Zoo-Palastes haben wir, die Blindgängerin und ich, besucht. Aber wie jedes Festival beginnt auch unser Bericht mit der Eröffnung.Zum ersten Mal gab es während der feierlichen Eröffnungsgala der Berlinale eine Live-Audiodeskription. Den Saal, die stets wechselnde Beleuchtung, die Outfits und die vielen eingespielten Filmausschnitte galt es zu beschreiben und die vielen Promis auf dem roten Teppich zu erwähnen. Und das bei sehr wenig Zeit zwischen den Wortbeiträgen.Die Live-AD, getextet und gesprochen von Anke Nicolai, konnte über Audioguides und Kopfhörer leider nur in der zum Kino umgebauten Uber Eats Music Hall empfangen werden. Dort waren 40 Plätze für blinde und sehbehinderte Menschen reserviert und die waren sehr begeistert.Die zeitversetzte Übertragung der von Désirée Nosbusch moderierten Gala samt der Überreichung des Ehrenbären für das Lebenswerk an Tilda Swinton im rbb oder beim ZDF/3sat war so straff gekürzt, dass nicht eine Sekunde Zeit für die AD gewesen wäre, schade!Aber der Blindgängerin wurde das Skript der Live-AD zugespielt. Hier eine Kostprobe mit der Beschreibung von Tilda Swintons wie immer hinreißenden Äußeren:„Sie ist groß, hager, hat hellblondes hochgegeltes Haar, das an den Seiten abrasiert ist, blaue Augen, hohe Wangenknochen, eine gerade Nase und geschwungene rot geschminkte Lippen. An ihrem linken Ohr glänzen zwei silberne Ringe. Swinton trägt den bodenlangen dunklen Mantel mit kleinem Stehkragen, Kunstpelzbesatz an Kragen und vorderem Saum sowie glänzenden Knöpfen.“ Sowohl im großen Berlinale Palast mit seinen 1631 Sitzplätzen als auch in der Music Hall konnte man dann mit der Greta-App der Audiodeskription des Eröffnungsfilms, Tom Tykwers „Das Licht“ lauschen.Gleiches gilt auch für den Berlinale-Trailer mit seiner rotierenden Kugel aus lauter goldenen Bären, die schließlich explodiert und sich in einen Funkenregen auflöst.Den Link zum Trailer mit der von Ulrike Hübschmann gesprochenen AD gibt es ganz unten. Der wahrlich zauberhafte Berlinale-Trailer passte dann auch perfekt zum Start der Vorführung von „Zirkuskind“, am frühen Montagmorgen im Zoo-Palast.Der Film von Julia Lemke und Anna Koch, der als erster Dokumentarfilm von der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ gefördert wurde, feierte seine Weltpremiere im Berlinale Programm Generation Kplus. Bei „Zirkuskind“, empfohlen ab sieben, wurde die Audiodeskription live von Anke Nicolai eingesprochen und wie bei der Eröffnung über Audioguides und Kopfhörer zugänglich gemacht. Diese technische Lösung war im Vorfeld mit einer eingeladenen Grundschulklasse der Berliner Johann-August-Zeune-Schule für Blinde abgesprochen.Damit wurde sichergestellt, dass das noch nicht so im Umgang mit Smartphones geübte junge blinde Publikum gleich von Anfang an dem Film und der Bildbeschreibung folgen konnte. Und so tauchten alle (und wir), die in den großen Saal hereinspaziert waren, in den Alltag des Zirkus Arena ein. Im Mittelpunkt stehen dabei der etwa 12jährige Santino und sein jüngerer Bruder Gitano. Sie helfen ihrem Vater, ihren Großvätern und Tanten beim Auf- und Abbau der Zelte, beim Verkauf flackernd bunter Plastikspielzeuge und üben erste artistische Nummern ein. Als wiederkehrendes Motiv stellt sich Santino mehrfach vor einer neuen Schulklasse vor, von der er weiß, dass er sie und seine neugewonnenen Freunde schon nach wenigen Wochen wieder wird verlassen müssen. Immer wieder streiten sich Santino und Gitano darum, wer denn nun mit dem schweren Hammer die massiven Heringe des Zirkuszeltes in den Boden schlagen darf. Das erzählt nachvollziehbar auch von der gewissen Monotonie des unsteten Lebens eines Wanderzirkusunternehmens. Irgendwann schien uns das aber eher redundant. Wir hätten uns stattdessen mehr Details aus dem Leben mit den Zirkustieren gewünscht, statt noch einmal mitzuerleben, dass am Ende der Vater der Brüder doch den Großteil der schweren Hammerarbeit erledigen muss. Pferde, Kamele, Hunde und Rinder mit imposanten Hörnern begleiten den Zirkus auf seinem Weg. Wohl wissend, dass Tierdressuren mittlerweile eher kritisch gesehen werden, schafft es zumindest die Frage einer Mitschülerin von Santino in den Film, ob im Zirkus „Tiere gequält würden“. Der Junge antwortet mit einem entschiedenen „Nein!“ Kein Betrieb, der mit Tieren arbeitet, würde so streng kontrolliert wie der Zirkus, heißt es einmal noch. Viel mehr erfährt man über die Haltung, Ausbildung und die Auftritte der Tiere leider nicht.Trotzdem ist „Zirkuskind“ durchaus gelungen. Die Familienmitglieder scheinen die Kameras während der langen Dreharbeiten gar nicht wahrzunehmen. Das führt zu vielen spannenden und auch immer wieder berührenden Einblicken in die Geschichte der traditionsreichen Zirkusfamilie. Für letztere ist Uropa Ehe zuständig, der mit seinen über 80 Jahren zu den „letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands“ zählt. Wenn er zum Beispiel von seinem einstigen Star, dem Elefantenbullen Sahib erzählt, übernehmen fantasievoll von Magda Krebs und Lea Majeran animierte Szenen die Bebilderung. In der Audiodeskription wurde dies so angekündigt: „Ein gezeichneter Trickfilm“.Dass bei dem abschließenden Publikumsgespräch ein Kind mit Sehbehinderung erstmal fragte, was eigentlich ein Trickfilm sei, machte deutlich: Bei der Erstellung von ADs für Kinder- und Jugendfilme sollte unbedingt auch das junge blinde Zielpublikum mit einbezogen werden. Auf großes Interesse stieß die abschließende Ankündigung, dass die jungen „Zirkuskinder“ im Kino-Foyer noch Autogramme geben würden. So bekamen zumindest die eifrigsten Autogrammjäger wohl nicht mehr mit, wie die Moderatorin gewissermaßen als Zugabe noch einmal dazu aufrief, sich für die Kinder-Jury der Berlinale zu bewerben. Diese Einladung gelte ganz besonders auch „allen Marginalisierten, egal ob Ihr schwarz oder trans seid oder eine Behinderung habt.“ Da fragten wir uns schon, ob man hier ernsthaft der Meinung war, gerade Kinder auf diese Weise angemessen anzusprechen. Der Veranstaltung, in der eigentlich ganz selbstverständlich Inklusion praktiziert wurde, erwies dieses unbeabsichtigt exkludierende Finale dann doch eher einen, nun ja, Bärendienst. Froh stimmte uns hingegen, dass wir mit Anke Nicolai noch ein Foto in der kalten Winterluft machen konnten und uns über das austauschten, was die Berlinale auch weiterhin noch an barrierefreien Veranstaltungen zu bieten hatte. Zum Beispiel eine weitere Vorstellung von „Zirkuskind“, mit offener, einer für alle hörbaren Live-Audiodeskription, erweiterten Untertiteln]]></description>
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<p><strong>Und ich übergebe gleich das Wort an meinen geschätzten Kollegen und guten Freund, den Journalisten und Filmbeschreiber Ralf Krämer:</strong></p>



<p>„Ob es nun ein Geschenk zum 75. Geburtstag der Berlinale war oder nicht, in diesem Jahr gab es auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin für blinde und sehbehinderte Kinofans ein größeres Angebot als je zuvor.<br>15 deutsch- und ein englischsprachiger Film mit deutscher Audiodeskription standen auf dem Programm. Dazu zählte auch der Dokumentarfilm <strong>„Zirkuskind“</strong>.<br>Die ganz besondere Vorführung im großen Saal des Berliner Zoo-Palastes haben wir, die Blindgängerin und ich, besucht.</p>



<p>Aber wie jedes Festival beginnt auch unser Bericht mit der Eröffnung.<br>Zum ersten Mal gab es während der feierlichen Eröffnungsgala der Berlinale eine Live-Audiodeskription. Den Saal, die stets wechselnde Beleuchtung, die Outfits und die vielen eingespielten Filmausschnitte galt es zu beschreiben und die vielen Promis auf dem roten Teppich zu erwähnen. Und das bei sehr wenig Zeit zwischen den Wortbeiträgen.<br>Die Live-AD, getextet und gesprochen von Anke Nicolai, konnte über Audioguides und Kopfhörer leider nur in der zum Kino umgebauten Uber Eats Music Hall empfangen werden. Dort waren 40 Plätze für blinde und sehbehinderte Menschen reserviert und die waren sehr begeistert.<br>Die zeitversetzte Übertragung der von Désirée Nosbusch moderierten Gala samt der Überreichung des Ehrenbären für das Lebenswerk an Tilda Swinton im rbb oder beim ZDF/3sat war so straff gekürzt, dass nicht eine Sekunde Zeit für die AD gewesen wäre, schade!<br>Aber der Blindgängerin wurde das Skript der Live-AD zugespielt. Hier eine Kostprobe mit der Beschreibung von Tilda Swintons wie immer hinreißenden Äußeren:<br>„Sie ist groß, hager, hat hellblondes hochgegeltes Haar, das an den Seiten abrasiert ist, blaue Augen, hohe Wangenknochen, eine gerade Nase und geschwungene rot geschminkte Lippen. An ihrem linken Ohr glänzen zwei silberne Ringe. Swinton trägt den bodenlangen dunklen Mantel mit kleinem Stehkragen, Kunstpelzbesatz an Kragen und vorderem Saum sowie glänzenden Knöpfen.“</p>



<p>Sowohl im großen Berlinale Palast mit seinen 1631 Sitzplätzen als auch in der Music Hall konnte man dann mit der Greta-App der Audiodeskription des Eröffnungsfilms, Tom Tykwers „<strong>Das Licht</strong>“ lauschen.<br>Gleiches gilt auch für den Berlinale-Trailer mit seiner rotierenden Kugel aus lauter goldenen Bären, die schließlich explodiert und sich in einen Funkenregen auflöst.<br>Den Link zum Trailer mit der von Ulrike Hübschmann gesprochenen AD gibt es ganz unten.</p>



<p>Der wahrlich zauberhafte Berlinale-Trailer passte dann auch perfekt zum Start der Vorführung von „Zirkuskind“, am frühen Montagmorgen im Zoo-Palast.<br>Der Film von Julia Lemke und Anna Koch, der als erster Dokumentarfilm von der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ gefördert wurde, feierte seine Weltpremiere im Berlinale Programm Generation Kplus.</p>



<p>Bei „Zirkuskind“, empfohlen ab sieben, wurde die Audiodeskription live von Anke Nicolai eingesprochen und wie bei der Eröffnung über Audioguides und Kopfhörer zugänglich gemacht. Diese technische Lösung war im Vorfeld mit einer eingeladenen Grundschulklasse der Berliner Johann-August-Zeune-Schule für Blinde abgesprochen.<br>Damit wurde sichergestellt, dass das noch nicht so im Umgang mit Smartphones geübte junge blinde Publikum gleich von Anfang an dem Film und der Bildbeschreibung folgen konnte.</p>



<p>Und so tauchten alle (und wir), die in den großen Saal hereinspaziert waren, in den Alltag des Zirkus Arena ein. Im Mittelpunkt stehen dabei der etwa 12jährige Santino und sein jüngerer Bruder Gitano. Sie helfen ihrem Vater, ihren Großvätern und Tanten beim Auf- und Abbau der Zelte, beim Verkauf flackernd bunter Plastikspielzeuge und üben erste artistische Nummern ein. Als wiederkehrendes Motiv stellt sich Santino mehrfach vor einer neuen Schulklasse vor, von der er weiß, dass er sie und seine neugewonnenen Freunde schon nach wenigen Wochen wieder wird verlassen müssen. Immer wieder streiten sich Santino und Gitano darum, wer denn nun mit dem schweren Hammer die massiven Heringe des Zirkuszeltes in den Boden schlagen darf. Das erzählt nachvollziehbar auch von der gewissen Monotonie des unsteten Lebens eines Wanderzirkusunternehmens. Irgendwann schien uns das aber eher redundant. Wir hätten uns stattdessen mehr Details aus dem Leben mit den Zirkustieren gewünscht, statt noch einmal mitzuerleben, dass am Ende der Vater der Brüder doch den Großteil der schweren Hammerarbeit erledigen muss. Pferde, Kamele, Hunde und Rinder mit imposanten Hörnern begleiten den Zirkus auf seinem Weg. Wohl wissend, dass Tierdressuren mittlerweile eher kritisch gesehen werden, schafft es zumindest die Frage einer Mitschülerin von Santino in den Film, ob im Zirkus „Tiere gequält würden“. Der Junge antwortet mit einem entschiedenen „Nein!“ Kein Betrieb, der mit Tieren arbeitet, würde so streng kontrolliert wie der Zirkus, heißt es einmal noch. Viel mehr erfährt man über die Haltung, Ausbildung und die Auftritte der Tiere leider nicht.<br>Trotzdem ist „Zirkuskind“ durchaus gelungen. Die Familienmitglieder scheinen die Kameras während der langen Dreharbeiten gar nicht wahrzunehmen. Das führt zu vielen spannenden und auch immer wieder berührenden Einblicken in die Geschichte der traditionsreichen Zirkusfamilie. Für letztere ist Uropa Ehe zuständig, der mit seinen über 80 Jahren zu den „letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands“ zählt. Wenn er zum Beispiel von seinem einstigen Star, dem Elefantenbullen Sahib erzählt, übernehmen fantasievoll von Magda Krebs und Lea Majeran animierte Szenen die Bebilderung. In der Audiodeskription wurde dies so angekündigt: „Ein gezeichneter Trickfilm“.<br>Dass bei dem abschließenden Publikumsgespräch ein Kind mit Sehbehinderung erstmal fragte, was eigentlich ein Trickfilm sei, machte deutlich: Bei der Erstellung von ADs für Kinder- und Jugendfilme sollte unbedingt auch das junge blinde Zielpublikum mit einbezogen werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-5239" style="width:322px;height:auto" srcset="https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-1024x768.jpeg 1024w, https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-300x225.jpeg 300w, https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-768x576.jpeg 768w, https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.blindgaengerin.com/wp-content/uploads/2025/03/Autogramm-1320x990.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><br>Auf großes Interesse stieß die abschließende Ankündigung, dass die jungen „Zirkuskinder“ im Kino-Foyer noch Autogramme geben würden. So bekamen zumindest die eifrigsten Autogrammjäger wohl nicht mehr mit, wie die Moderatorin gewissermaßen als Zugabe noch einmal dazu aufrief, sich für die Kinder-Jury der Berlinale zu bewerben. Diese Einladung gelte ganz besonders auch „allen Marginalisierten, egal ob Ihr schwarz oder trans seid oder eine Behinderung habt.“ Da fragten wir uns schon, ob man hier ernsthaft der Meinung war, gerade Kinder auf diese Weise angemessen anzusprechen. Der Veranstaltung, in der eigentlich ganz selbstverständlich Inklusion praktiziert wurde, erwies dieses unbeabsichtigt exkludierende Finale dann doch eher einen, nun ja, Bärendienst. Froh stimmte uns hingegen, dass wir mit Anke Nicolai noch ein Foto in der kalten Winterluft machen konnten und uns über das austauschten, was die Berlinale auch weiterhin noch an barrierefreien Veranstaltungen zu bieten hatte. Zum Beispiel eine weitere Vorstellung von „Zirkuskind“, mit offener, einer für alle hörbaren Live-Audiodeskription, erweiterten Untertiteln und Deutscher Gebärdensprache.</p>



<p>Die Blindgängerin freute sich auf einen Höhepunkt der Reihe Classics: die Weltpremiere der digital restaurierten Fassung von Konrad Wolfs <strong>„Solo Sunny“</strong>. Man darf nicht zuletzt gespannt sein, wie es der Audiodeskription gelingt, das extravagante Bühnenoutfit der Schlagersängerin Sunny, gespielt von Renate Krößner, zu beschreiben. Krößner wurde für ihre Rolle 1980 mit dem Silbernen Bären als beste Schauspielerin ausgezeichnet &#8211; und wer weiß, vielleicht vergibt die Berlinale eines Tages auch einen Bären für die beste Audiodeskription. Warum eigentlich nicht?“</p>



<p><strong>Was für eine bärenstarke Idee zum Schluss, Ralf, und ein herzliches Dankeschön für deinen schönen Bericht!<br>Und jetzt noch kurz zu „Solo Sunny“.<br>Vor einigen Jahren hatte ich den Film im Fernsehen gesehen, zwar ohne Bildbeschreibung, aber beim Titelsong, so wunderbar gesungen von Regine Dobberschütz, bekam ich Gänsehaut. Das war zwar wieder so, aber den Film rundherum genießen konnte ich erst jetzt dank der sehr gut gemachten Audiodeskription.<br>Besonders gut gefiel mir folgendes Detail, das zeigt, wie Sunny tickt:<br>Als ein Typ sie an einem Tresen blöde anmacht, nimmt sie ihm die Brille von der Nase, zerbricht sie und steckt ihm die beiden Hälften links und rechts an den Hemdkragen.</strong></p>



<p><strong>Damit komme auch ich zum Schluss, freue mich auf die nächste Berlinale und hier ist der versprochene Link zum</strong> <strong>Berlinale-Trailer:</strong></p>



<p><a href="https://cdn.top-ix.org/IFB/berlinale2025/Berlinale_Trailer_AD.mp4">https://cdn.top-ix.org/IFB/berlinale2025/Berlinale_Trailer_AD.mp4</a></p>



<p>Im Bild oben von links nach rechts: Anke Nicolai, die Blindgängerin, Ralf Krämer</p>



<p></p>
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		<title>Beim DOK 2024 in Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2025 15:03:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hier und da unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[DOK Leipzig 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Ist alles nur eine Frage der Gewichtung! Zeit hatte ich eigentlich keine für einen Besuch des 67. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm vom 27.10. bis 03.11.2024 Aber die Verlockung, wieder die tolle Festival-Atmosphäre beim DOK Leipzig zu genießen, mit lieben Menschen nach Herzenslust Filme zu schauen und den Gesprächen der Filmteams nach den Vorstellungen zu lauschen, wog einfach viel schwerer als mein Zeitproblem. Jede Ausgabe des DOK wird von einem anderen Festivalmotiv geprägt. Das des vergangenen Jahres deutete ich laienhaft so:Die auf dem Plakat prangende Schere zur Hand nehmen und sich sein persönliches Filmprogramm zurechtschneiden. Dieses Jahr stehen auf pinkfarbenem Hintergrund zwei rote Gussgewichte leicht versetzt dicht voreinander, das hintere ist größer und etwa viermal so schwer wie das vordere. Die Gewichte in Zylinderform haben oben einen Knopf, um sie anheben zu können.Und jetzt übergebe ich die Deutungshoheit des Motivs an den Festivalleiter Christoph Terhechte:„Wie immer soll unser Festivalmotiv Anstoß geben, Verhältnisse zu hinterfragen &#8211; denn es gibt häufig unterschiedliche Perspektiven auf ein und denselben Aspekt.“Also Aspekte in Relation betrachten, abwägen und eventuell austarieren.Genau das habe ich gemacht und schon war ich da, mit leichtem Gepäck dieses Mal allerdings nur für eine Übernachtung. Am Donnerstag gegen 9:30 Uhr erwartete mich mein Begleiter Nino wie schon so oft in den vergangenen Jahren am Bahnhof und dann ein sehr eng getaktetes Programm. Aber bevor es ins Kino geht, die übliche Frage: Wie zugänglich und barrierefrei ist das Festival?Die Antwort fällt mir leicht: Das DOK Leipzig ist und bleibt ein Schwergewicht in beiden Aspekten!Und ich zitiere wieder einmal sehr gerne von der Website: „Unser Ziel ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam Filme schauen und diskutieren können. Deshalb arbeiten wir daran, dass alle Personen möglichst barrierefrei Zugang zum Festival haben.“Dazu gehört beispielsweise die Beschreibung von vielen Fotos und Filmstills auf der Website, Informationen über Aufzüge, Rampen, Rollstuhlplätze, Behindertentoiletten usw. zu allen Kinos und Spielstätten, der Hinweis zu dem einzigen Kinosaal mit Induktionsschleife, das Angebot eines Begleitdienstes mit der Diakonie Leipzig. Blinde, Sehbeeinträchtigte und Festivalbesucher im Rollstuhl konnten sich von zu Hause oder einer Haltestelle aus zum gewünschten Kino begleiten lassen. Das Angebot von Filmen mit barrierefreier Fassung stellte wie in den vergangenen zwei Jahren die erfahrene Hörfilmautorin Paula Schumann zusammen, das Budget fest im Blick und abgestimmt mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Programmabteilung. Für 19 Filme gab es direkt auf der Leinwand eingeblendete erweiterte Untertitel für Menschen mit Hörbehinderung. Bei vier dieser Vorstellungen wurden die Filmgespräche in Gebärdensprache übersetzt. Ich hatte die Wahl zwischen zehn Langfilmen, für die eine Audiodeskription bei der Greta App verfügbar war und warf aus Zeitgründen nur 3 in die Waagschale.Zu meiner großen Freude konnte ich mir auch die AD für den Festivaltrailer herunterladen.Der wurde zu Beginn jeder Vorstellung gezeigt. Es ist immer wieder faszinierend, was in 35 Sekunden visuell auf der Leinwand alles so passieren kann. In diesem Jahr spielten natürlich die roten Gewichte die Hauptrolle und eine weiße Taube, die Trophäe des DOK, hatte wie in jedem Trailer ihren Auftritt. Etwa in der Mitte des Trailers sitzen plötzlich mehrere rote Gewichte wie Menschen in den Sesseln eines Kinosaals.Mir gefällt die Vorstellung, dass jedes Gewicht ein schwerwiegendes Argument ist, Filme am besten im Kino zu schauen, oder warum eigentlich einmal nicht im Knast?Die ungewöhnlichste Spielstätte vom DOK ist die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen.Seit einigen Jahren bewertet eine Gefangenen-Jury ausgewählte Filme und vergibt beim DOK im Knast den sogenannten „Gedanken-Aufschluss-Preis“.Den verliehen, ich sag’s mit einem Zwinkern, die „schweren Jungs“ in diesem Jahr „Im Prinzip Familie“, auch meinem absoluten Favoriten des Festivals! Mir ging, allerdings in einem ganz normalen Kinosaal, bei Daniel Abmas Dokumentarfilm das Herz auf. Hier einige zitierte Zeilen zum Film: Wenn Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht mehr nachkommen können, stürzt für die Kinder oft die ganze Welt zusammen. Plötzlich sind nicht mehr Mama oder Papa zuständig, sondern das Jugendhilfesystem.Daniel Abma hat eine Wohngruppe im ländlichen Raum über mehrere Jahre begleitet. Er beobachtet gleichermaßen zugewandt wie zurückhaltend professionelle Erziehende, die fünf Jungs zwischen sieben und vierzehn Tag für Tag geben wollen, was sie am Dringendsten brauchen: Geborgenheit, Orientierung, ein Zuhause. Vielleicht dachte der ein oder andere Inhaftierte beim Schauen des Films, sein Leben hätte eine andere Wendung genommen, wäre er genau in dieser Wohngruppe untergekommen.Die Vorführungen in der JSA sind auch für Publikum offen und ich wäre gerne einmal dabei, wenn der Knast zum Kinosaal wird. Und die Greta App funktioniert ja auch hinter schwedischen Gardinen. Mit der Stimme der Sprecherin der Audiodeskription konnte ich mich nicht so recht anfreunden und vor allem anfangs war ich mir manchmal nicht ganz sicher, welcher von den Jungs und Betreuern gerade miteinander agierten.Aber im Prinzip konnte ich dem teils turbulenten Geschehen doch ganz gut folgen. Daniel Abmas Film, der am 05. Juni 2025 mit barrierefreier Fassung über die Greta App in den Kinos startet, wurde dann auch noch mit dem „ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness“ und dem „film.land.sachsen-Preis für Filmkultur im ländlichen Raum“ ausgezeichnet. Ich war vorgewarnt, aber das Zünglein an der Waage, mir „Truth or Dare“ von Maja Classen anzuschauen, war meine Neugierde. Und einen Porno mit Audiodeskription gibt es ja auch nicht alle Tage. Die war unter den drei Hörfilmfassungen übrigens meine Nummer eins! Feinfühlig getextet und von der Sprecherin sensibel in die Dialogpausen platziert, vermittelte die AD die Begegnung von drei Paaren und einer Gruppe sexpositiver Personen.„Gemeinsam die Softness erforschen, schauen, wo die Körper hinführen, zulassen, dass sich Hautzellen und Nervenenden kennenlernen &#8211; und bei jedem Schritt nachfragen, wo die Grenzen liegen.“Gesprochen wurde mindestens genauso viel wie sich behutsam berührt und gegenseitig erforscht. Es eröffnete sich mir wie so oft bei Dokus eine ganz fremde Welt und ich hörte sehr gerne den Mitwirkenden beim Erzählen ihrer Geschichte zu.Nur bei der für mich nicht enden wollenden Gruppenperformance wurde mir teils genauer, als es mir lieb war, beschrieben, wer da gerade mit wem, was und wie…Und zum Schluss der zitierte Text zum Film: „Sexpositive Begegnungen, post-Lockdown. Eine Gruppe von Menschen erforscht ihre nonbinäre Lust, erfragt ihre Grenzen, keine erotische Zone ist selbstverständlich. Care &#38; Curiosity, genau jetzt.“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ist alles nur eine Frage der Gewichtung!</p>



<p>Zeit hatte ich eigentlich keine für einen Besuch des</p>



<p><strong>67. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm vom 27.10. bis 03.11.2024</strong></p>



<p>Aber die Verlockung, wieder die tolle Festival-Atmosphäre beim DOK Leipzig zu genießen, mit lieben Menschen nach Herzenslust Filme zu schauen und den Gesprächen der Filmteams nach den Vorstellungen zu lauschen, wog einfach viel schwerer als mein Zeitproblem.</p>



<p>Jede Ausgabe des DOK wird von einem anderen Festivalmotiv geprägt. Das des vergangenen Jahres deutete ich laienhaft so:<br>Die auf dem Plakat prangende Schere zur Hand nehmen und sich sein persönliches Filmprogramm zurechtschneiden.</p>



<p>Dieses Jahr stehen auf pinkfarbenem Hintergrund zwei rote Gussgewichte leicht versetzt dicht voreinander, das hintere ist größer und etwa viermal so schwer wie das vordere. Die Gewichte in Zylinderform haben oben einen Knopf, um sie anheben zu können.<br>Und jetzt übergebe ich die Deutungshoheit des Motivs an den Festivalleiter Christoph Terhechte:<br>„Wie immer soll unser Festivalmotiv Anstoß geben, Verhältnisse zu hinterfragen &#8211; denn es gibt häufig unterschiedliche Perspektiven auf ein und denselben Aspekt.“<br>Also Aspekte in Relation betrachten, abwägen und eventuell austarieren.<br>Genau das habe ich gemacht und schon war ich da, mit leichtem Gepäck dieses Mal allerdings nur für eine Übernachtung. Am Donnerstag gegen 9:30 Uhr erwartete mich mein Begleiter Nino wie schon so oft in den vergangenen Jahren am Bahnhof und dann ein sehr eng getaktetes Programm.</p>



<p><strong>Aber bevor es ins Kino geht, die übliche Frage: Wie zugänglich und barrierefrei ist das Festival?<br>Die Antwort fällt mir leicht: Das DOK Leipzig ist und bleibt ein Schwergewicht in beiden Aspekten!</strong><br>Und ich zitiere wieder einmal sehr gerne von der Website: „Unser Ziel ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam Filme schauen und diskutieren können. Deshalb arbeiten wir daran, dass alle Personen möglichst barrierefrei Zugang zum Festival haben.“<br>Dazu gehört beispielsweise die Beschreibung von vielen Fotos und Filmstills auf der Website, Informationen über Aufzüge, Rampen, Rollstuhlplätze, Behindertentoiletten usw. zu allen Kinos und Spielstätten, der Hinweis zu dem einzigen Kinosaal mit Induktionsschleife, das Angebot eines Begleitdienstes mit der Diakonie Leipzig. Blinde, Sehbeeinträchtigte und Festivalbesucher im Rollstuhl konnten sich von zu Hause oder einer Haltestelle aus zum gewünschten Kino begleiten lassen.</p>



<p>Das Angebot von Filmen mit barrierefreier Fassung stellte wie in den vergangenen zwei Jahren die erfahrene Hörfilmautorin Paula Schumann zusammen, das Budget fest im Blick und abgestimmt mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Programmabteilung.</p>



<p>Für 19 Filme gab es direkt auf der Leinwand eingeblendete erweiterte Untertitel für Menschen mit Hörbehinderung. Bei vier dieser Vorstellungen wurden die Filmgespräche in Gebärdensprache übersetzt.</p>



<p>Ich hatte die Wahl zwischen zehn Langfilmen, für die eine Audiodeskription bei der Greta App verfügbar war und warf aus Zeitgründen nur 3 in die Waagschale.<br>Zu meiner großen Freude konnte ich mir auch die AD für den Festivaltrailer herunterladen.<br>Der wurde zu Beginn jeder Vorstellung gezeigt. Es ist immer wieder faszinierend, was in 35 Sekunden visuell auf der Leinwand alles so passieren kann. In diesem Jahr spielten natürlich die roten Gewichte die Hauptrolle und eine weiße Taube, die Trophäe des DOK, hatte wie in jedem Trailer ihren Auftritt. Etwa in der Mitte des Trailers sitzen plötzlich mehrere rote Gewichte wie Menschen in den Sesseln eines Kinosaals.<br>Mir gefällt die Vorstellung, dass jedes Gewicht ein schwerwiegendes Argument ist, Filme am besten im Kino zu schauen, oder warum eigentlich einmal nicht im Knast?<br>Die ungewöhnlichste Spielstätte vom DOK ist die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen.<br>Seit einigen Jahren bewertet eine Gefangenen-Jury ausgewählte Filme und vergibt beim DOK im Knast den sogenannten „Gedanken-Aufschluss-Preis“.<br>Den verliehen, ich sag’s mit einem Zwinkern, die „schweren Jungs“ in diesem Jahr</p>



<p>„<strong>Im Prinzip Familie“</strong>, auch meinem absoluten Favoriten des Festivals!</p>



<p>Mir ging, allerdings in einem ganz normalen Kinosaal, bei Daniel Abmas Dokumentarfilm das Herz auf. Hier einige zitierte Zeilen zum Film:</p>



<p>Wenn Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht mehr nachkommen können, stürzt für die Kinder oft die ganze Welt zusammen. Plötzlich sind nicht mehr Mama oder Papa zuständig, sondern das Jugendhilfesystem.<br>Daniel Abma hat eine Wohngruppe im ländlichen Raum über mehrere Jahre begleitet. Er beobachtet gleichermaßen zugewandt wie zurückhaltend professionelle Erziehende, die fünf Jungs zwischen sieben und vierzehn Tag für Tag geben wollen, was sie am Dringendsten brauchen: Geborgenheit, Orientierung, ein Zuhause.</p>



<p>Vielleicht dachte der ein oder andere Inhaftierte beim Schauen des Films, sein Leben hätte eine andere Wendung genommen, wäre er genau in dieser Wohngruppe untergekommen.<br>Die Vorführungen in der JSA sind auch für Publikum offen und ich wäre gerne einmal dabei, wenn der Knast zum Kinosaal wird. Und die Greta App funktioniert ja auch hinter schwedischen Gardinen.</p>



<p>Mit der Stimme der Sprecherin der Audiodeskription konnte ich mich nicht so recht anfreunden und vor allem anfangs war ich mir manchmal nicht ganz sicher, welcher von den Jungs und Betreuern gerade miteinander agierten.<br>Aber im Prinzip konnte ich dem teils turbulenten Geschehen doch ganz gut folgen.</p>



<p>Daniel Abmas Film, der am 05. Juni 2025 mit barrierefreier Fassung über die Greta App in den Kinos startet, wurde dann auch noch mit dem „ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness“ und dem „film.land.sachsen-Preis für Filmkultur im ländlichen Raum“ ausgezeichnet.</p>



<p>Ich war vorgewarnt, aber das Zünglein an der Waage, mir</p>



<p><strong>„Truth or Dare“</strong></p>



<p>von Maja Classen anzuschauen, war meine Neugierde. Und einen Porno mit Audiodeskription gibt es ja auch nicht alle Tage. Die war unter den drei Hörfilmfassungen übrigens meine Nummer eins!</p>



<p>Feinfühlig getextet und von der Sprecherin sensibel in die Dialogpausen platziert, vermittelte die AD die Begegnung von drei Paaren und einer Gruppe sexpositiver Personen.<br>„Gemeinsam die Softness erforschen, schauen, wo die Körper hinführen, zulassen, dass sich Hautzellen und Nervenenden kennenlernen &#8211; und bei jedem Schritt nachfragen, wo die Grenzen liegen.“<br>Gesprochen wurde mindestens genauso viel wie sich behutsam berührt und gegenseitig erforscht. Es eröffnete sich mir wie so oft bei Dokus eine ganz fremde Welt und ich hörte sehr gerne den Mitwirkenden beim Erzählen ihrer Geschichte zu.<br>Nur bei der für mich nicht enden wollenden Gruppenperformance wurde mir teils genauer, als es mir lieb war, beschrieben, wer da gerade mit wem, was und wie…<br>Und zum Schluss der zitierte Text zum Film: „Sexpositive Begegnungen, post-Lockdown. Eine Gruppe von Menschen erforscht ihre nonbinäre Lust, erfragt ihre Grenzen, keine erotische Zone ist selbstverständlich. Care &amp; Curiosity, genau jetzt.“</p>



<p>Mit dem Eröffnungsfilm des DOK 2024</p>



<p><strong>„Tracing Light“</strong></p>



<p>beendeten Nino und ich unseren langen Festivaltag mit Physik nicht leicht, aber anschaulich gemacht.<br>Thomas Riedelsheimer ist gelungen, woran meine Physiklehrer in der Schule gescheitert sind: Mein Interesse für das Fach zu wecken und mit anschaulichen Beispielen zu vermitteln, wie faszinierend zum Beispiel das Phänomen Licht sein kann.<br>„Ohne Licht gäbe es kein Kino &#8211; und kein Leben. Das Licht steht also am Anfang von allem und bleibt dennoch solange für unser Auge unsichtbar, bis es auf Materie trifft.<br>In seiner Suche nach dem Ursprung der Bilder taucht der Film in zwei Welten ein, die den Zauber des Lichtes ergründen: Die Physik und die Kunst.“</p>



<p>Wenn all das, was ich über die Audiodeskription vermittelt bekam, den Bildern auf der Leinwand entsprach, dann Hut ab!<br>Es gab Experimente am Max-Planck-Institut in Erlangen und der „Extreme Light Group“ der Universität Glasgow zu beschreiben. Und dann die Werke von Künstlern und Künstlerinnen, die mit Licht arbeiten. Dazu gehörten Laserkraft, Farbpigmente, schwarze Löcher und fliegende Skulpturen.</p>



<p>Manchmal war mir die Audiodeskription etwas zu lyrisch und zu dicht getextet.<br>Wer sich ein eigenes Urteil über den Film und auch die Audiodeskription machen möchte, „Tracing Light“ startet mit barrierefreier Fassung über die Greta App schon am 16.01.2025 in den Kinos.</p>



<p>Am Freitag war Schichtwechsel. Nino, mein langjähriger Begleiter beim DOK, wurde abgelöst von Christian und Kim, jungen Filmschaffende mit Abschluss an der Hochschule für Gestaltung, der HFG Offenbach/ Main.</p>



<p>Durchs DOK habe ich Kurzfilme kennen und lieben gelernt und so warf ich zum Ausgleich noch zwei Blöcke mit Kurzfilmen Deutscher Wettbewerb, leider alle ohne Audiodeskription, in meine Waagschale.<br>Den meisten der Filme mit wenig oder gar keinem Dialog konnte ich überhaupt nicht folgen, zum Beispiel</p>



<p><strong>„Accidental Animals“</strong></p>



<p>Zufällig vor das Google-Maps-Auto geratene Tiere stören den Anspruch, die Welt möglichst realistisch darzustellen. Hier hätten mich die Bilder zu den Geräuschen schon sehr interessiert.</p>



<p>In<strong> „Der König von Spanien“</strong> liest Leonard Volkmer abwechselnd aus klinisch kalt verfassten Psychiatrieberichten und seinen aufwühlenden Tagebuchtexten. Beim Zuhören konnte ich mir kaum vorstellen, dass ein Körper und eine Seele das alles aushalten kann. Umso schöner, zum Filmgespräch stand Leonard Volkmer dem sichtlich berührten Publikum Rede und Antwort. Großartig und Glückwunsch zur „Goldenen Taube Kurzfilm“!</p>



<p>Gar nicht genug konnte ich von Betina Kuntzschs Film <strong>„Himmel wie Seide. Voller Orangen“ </strong>bekommen.<br>Mit einer fröhlich animierten Collage aus Postkarten, Urlaubs-Dias und Reiseunterlagen wird von der ersten DDR-Reisegruppe erzählt, die im Frühjahr 1990 mit einer Interflug-Maschine auf Mallorca landete, Sie wurde wie Staatsgäste mit einem riesigen Presseaufgebot empfangen.<br>Ich hing der Erzählerin aus dem Off, Valeska Hegewald, förmlich an den Lippen!</p>



<p>Und dann war es höchste Zeit für mich zu gehen.<br>Ein herzliches Dankeschön geht an Nino, Christian und Kim für die liebevolle Rundum-sorglos-Begleitung und an das Pressebüro, Nina Kühne, Melanie Rohde, Sevara Pan,<br>für die Einladung zum DOK und das geduldige Warten auf den Blogbeitrag!</p>



<p>Denn kaum zurück, hatte mich mein Zeitproblem wieder schwer im Griff.</p>



<p></p>
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		<title>Es ist geschafft!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Dec 2024 12:08:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kino für die Ohren: Wie funktioniert's?]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Heroes für alle]]></category>
		<category><![CDATA[Luca]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20. Oktober gestartet, konnte die Crowdfunding-Kampagne bei Startnext zur Finanzierung von Kinoblindgängers Erklärvideo „Heroes für alle: Barrierefreie Filmfassung – Wie geht das?“ am 20. Dezember vorzeitig und erfolgreich abgeschlossen werden. Und das anvisierte Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Damit ist geklärt, ich werde das etwa achtminütige animierte Erklärvideo mit diesem vielversprechenden Titel wirklich moderieren! Das Heroes für alle-Team hat sich nach neun sehr aufregenden Wochen bereits in eine wohlverdiente kurze Pause begeben. Ich bin Luca und es ist mir eine Ehre, im Namen des überglücklichen Teams den insgesamt 112 Spenderinnen und Spendern für ihre großartige Unterstützung des Projekts ganz herzlich zu danken! Wer sich jetzt fragt, wer ist noch mal dieser Luca und worum soll es in dem Erklärvideo gehen: Der Teaser der Kampagne, in dem all diese Fragen beantwortet werden, ist nach wie vor mit barrierefreier Fassung in Blindgängerins YouTube-Kanal online und auch hier unten zu finden. Und auf der Webseite www.kinoblindgaenger.com wird es unter „Aktuelles“ Informationen zum Stand der Dinge geben. Bis jetzt bin ich eine birnenförmige weiße Figur mit großen Kulleraugen, die zwar den Mund bewegen kann, nur dass kein Ton herauskommt. Das wird sich schon im Januar ändern, wenn mir die Blindgängerin, Anne und Ralf eine Stimme aussuchen. Ich bin schon sehr gespannt und habe größtes Vertrauen in die drei Paar Ohren. Und noch zwei waren ganz maßgeblich am Gelingen der Kampagne beteiligt: Gerald übernahm das Organisatorische bei Startnext und ist ein großer Unterstützer des Projekts. Jürgen ist neben der Blindgängerin der zweite Geschäftsführer der Kinoblindgänger gGmbH und ohne sein stetes Wirken im Hintergrund gäbe es keine Kampagne und keine Kinoblindgänger. Aber jetzt gehe auch ich in die Pause, wünsche frohe Weihnachten, ruhige entspannte Feiertage und alles Gute für das neue Jahr!]]></description>
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<p>Am 20. Oktober gestartet, konnte die Crowdfunding-Kampagne bei Startnext zur Finanzierung von Kinoblindgängers Erklärvideo</p>



<p><strong>„Heroes für alle: Barrierefreie Filmfassung – Wie geht das?“</strong></p>



<p>am 20. Dezember vorzeitig und erfolgreich abgeschlossen werden. Und das anvisierte Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen.</p>



<p>Damit ist geklärt, ich werde das etwa achtminütige animierte Erklärvideo mit diesem vielversprechenden Titel wirklich moderieren!</p>



<p>Das Heroes für alle-Team hat sich nach neun sehr aufregenden Wochen bereits in eine wohlverdiente kurze Pause begeben.</p>



<p>Ich bin Luca und es ist mir eine Ehre, im Namen des überglücklichen Teams den insgesamt 112 Spenderinnen und Spendern für ihre großartige Unterstützung des Projekts ganz herzlich zu danken!</p>



<p>Wer sich jetzt fragt, wer ist noch mal dieser Luca und worum soll es in dem Erklärvideo gehen:</p>



<p>Der Teaser der Kampagne, in dem all diese Fragen beantwortet werden, ist nach wie vor mit barrierefreier Fassung in Blindgängerins YouTube-Kanal online und auch hier unten zu finden.</p>



<p>Und auf der Webseite www.kinoblindgaenger.com wird es unter „Aktuelles“ Informationen zum Stand der Dinge geben.</p>



<p>Bis jetzt bin ich eine birnenförmige weiße Figur mit großen Kulleraugen, die zwar den Mund bewegen kann, nur dass kein Ton herauskommt. Das wird sich schon im Januar ändern, wenn mir die Blindgängerin, Anne und Ralf eine Stimme aussuchen. Ich bin schon sehr gespannt und habe größtes Vertrauen in die drei Paar Ohren.</p>



<p><strong>Und noch zwei waren ganz maßgeblich am Gelingen der Kampagne beteiligt:</strong></p>



<p>Gerald übernahm das Organisatorische bei Startnext und ist ein großer Unterstützer des Projekts.</p>



<p>Jürgen ist neben der Blindgängerin der zweite Geschäftsführer der Kinoblindgänger gGmbH und ohne sein stetes Wirken im Hintergrund gäbe es keine Kampagne und keine Kinoblindgänger.</p>



<p><strong>Aber jetzt gehe auch ich in die Pause, wünsche frohe Weihnachten, ruhige entspannte Feiertage und alles Gute für das neue Jahr!</strong></p>



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		<title>Heroes für alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Oct 2024 12:04:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kino für die Ohren: Wie funktioniert's?]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Isensee]]></category>
		<category><![CDATA[Heroes für alle]]></category>
		<category><![CDATA[monströös]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[Startnext]]></category>
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					<description><![CDATA[Moment mal, da fehlt doch die Hälfte!„Heroes für alle: Barrierefreie Filmfassung – Wie geht das?“Jetzt ist der Titel komplett!Mein Name ist Luca. Ich darf das etwa achtminütige animierte Erklärvideo mit diesem vielversprechenden Titel moderieren und aufpassen, dass sich keine Fehler einschleichen.Aber bevor Kinoblindgänger mit der Produktion des Videos starten kann, muss eine recht beträchtliche Summe über die Crowdfunding-Kampagne bei Startnext zusammenkommen.In dem vierminütigen Teaser für die Kampagne hatte ich schon einen ersten kurzen Einsatz, hier geht’s lang: https://www.startnext.com/heroes-fuer-alle Aus diesem Clip stammt auch das Foto. Ich sitze winkend auf einem schwarzen Bürostuhl bei den dreien, die nebeneinander auf Stühlen sitzen und – so scheint es – nach getaner Arbeit die Hände in den Schoß legen. Aber der Schein trügt! Am Drehbuch wird bereits intensiv gefeilt, damit es dann, wenn die benötigte Summe verfügbar ist, gleich losgeht.Die drei sind übrigens: Ralf Krämer, Filmbeschreiber, freier Autor und Kulturjournalist, die Animationsregisseurin Anne Isensee und die Blindgängerin.Wie eingangs erwähnt, wird das Erklärvideo animiert sein.Eine Kostprobe, was Ana María Angel vom Animationsstudio monströös mit einem digitalen Stift auf ihrem Grafikbildschirm so zaubern kann, gibt es gleich in der ersten Minute des Teasers. Und auch ich, Luca, stamme aus ihrer „Feder“.Und jetzt noch ein Satz, was es mit dem Erklärvideo auf sich hat:Es richtet sich an Filmschaffende, den Nachwuchs im Blick, und wird zeigen, wie eine qualitativ hochwertige barrierefreie Filmfassung entsteht.Ich jedenfalls kann es kaum abwarten und zähle auf euch!Das Team freut sich über jeden Like, jedes Teilen des Videos und natürlich auch über jeden Euro.]]></description>
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<p>Moment mal, da fehlt doch die Hälfte!<br><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-ast-global-color-0-color">„Heroes für alle: Barrierefreie Filmfassung – Wie geht das?“</mark></strong><br>Jetzt ist der Titel komplett!<br>Mein Name ist <strong>Luca</strong>. Ich darf das etwa achtminütige animierte Erklärvideo mit diesem vielversprechenden Titel moderieren und aufpassen, dass sich keine Fehler einschleichen.<br>Aber bevor Kinoblindgänger mit der Produktion des Videos starten kann, muss eine recht beträchtliche Summe über die <strong>Crowdfunding-Kampagne bei Startnext </strong>zusammenkommen.<br>In dem vierminütigen Teaser für die Kampagne hatte ich schon einen ersten kurzen Einsatz, hier geht’s lang:</p>



<p><a href="https://www.startnext.com/heroes-fuer-alle">https://www.startnext.com/heroes-fuer-alle</a></p>



<p>Aus diesem Clip stammt auch das Foto. Ich sitze winkend auf einem schwarzen Bürostuhl bei den dreien, die nebeneinander auf Stühlen sitzen und – so scheint es – nach getaner Arbeit die Hände in den Schoß legen. Aber der Schein trügt!</p>



<p>Am Drehbuch wird bereits intensiv gefeilt, damit es dann, wenn die benötigte Summe verfügbar ist, gleich losgeht.<br>Die drei sind übrigens: Ralf Krämer, Filmbeschreiber, freier Autor und Kulturjournalist, die Animationsregisseurin Anne Isensee und die Blindgängerin.<br>Wie eingangs erwähnt, wird das Erklärvideo animiert sein.<br>Eine Kostprobe, was Ana María Angel vom Animationsstudio monströös mit einem digitalen Stift auf ihrem Grafikbildschirm so zaubern kann, gibt es gleich in der ersten Minute des Teasers. Und auch ich, Luca, stamme aus ihrer „Feder“.<br><strong>Und jetzt noch ein Satz, was es mit dem Erklärvideo auf sich hat:</strong><br>Es richtet sich an Filmschaffende, den Nachwuchs im Blick, und wird zeigen, wie eine qualitativ hochwertige barrierefreie Filmfassung entsteht.<br>Ich jedenfalls kann es kaum abwarten und zähle auf euch!<br><strong>Das Team freut sich über jeden Like, jedes Teilen des Videos und natürlich auch über jeden Euro.</strong></p>



<p></p>
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		<title>Die Gleichung ihres Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 15:56:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesehen gehört]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Novion]]></category>
		<category><![CDATA[Ella Rumpf]]></category>
		<category><![CDATA[Weltkino]]></category>
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					<description><![CDATA[Was hatte es gleich noch mal mit den Primzahlen auf sich? Sie sind nur durch 1 oder durch sich selbst teilbar Wie die 1, 2, 3, 5, 7 und so weiter und so weiter und so weiter bis ∞. Aber ist auch jede höhere gerade Zahl als 2 die Summe zweier Primzahlen, wie behauptet von Christian Goldbach, einem Mathematiker aus dem 18. Jahrhundert?Bewiesen ist seine Aussage, die sogenannte Goldbachsche Vermutung, bis heute nicht. Sie zählt zu den bekanntesten ungelösten Problemen der Mathematik. Ausgerechnet mit diesem kniffligen Problem aus dem Bereich der Zahlentheorie beschäftigt sich Marguerite an der Pariser Universität ENS in ihrer Doktorarbeit. Wird es der hochbegabten Mathematikstudentin gelingen, als erste die Goldbachsche Vermutung zu beweisen? Der Film von Regisseurin Anna Novion löst es auf in „Die Gleichung ihres Lebens“, seit dem 27. Juni auch in den deutschen Kinos. X steht in mathematischen Gleichungen für eine Zahl, deren Wert noch unbekannt oder variabel ist. Im übertragenen Sinn birgt jeder Filmstart die folgenden zwei Variablen oder Unbekannten in sich:Wurde für den Film eine barrierefreie Fassung produziert?Wenn ja, wird diese zum Kinostart auch bei der Greta App zum Download bereitgestellt?In diesem Fall kann ich ganz einfach auflösen:Beides ist bei dem französisch-schweizerischen Spielfilm ohne deutsche Förderung nur dank des Engagements des Weltkino Filmverleihs passiert, wie ein Blick in die Greta App beweist. Das ist großartig, aber noch nicht alles. Obendrauf gibt es auch den Trailer, der große Lust auf den Film macht, mit Audiodeskription und erweiterten Untertiteln, voilà! Ella Rumpf = MargueriteBeide Frauen brillieren gleichermaßen, Marguerite in der Mathematik, Ella Rumpf in ihrer Rolle der Studentin.Marguerites Tagesablauf ist ziemlich berechenbar. Entweder läuft sie gedankenversunken mit Rucksack und an ihrem Haargummi nestelnd durch die Flure der Uni zu Hörsälen oder zu dem Büro ihres Doktorvaters. In der Mensa sitzt sie abseits ihrer Kommilitonen alleine am Tisch und abends büffelt sie in ihrem Zimmer im Studentenwohnheim und brütet über Formeln. Julien Frison = LucasDer sympathische junge Mann, Marguerites Kommilitone, hat im Gegensatz zu ihr neben der Mathematik noch andere Interessen. Er spielt Posaune in einer Brass-Band und ist sehr kontaktfreudig. Zu ihrem großen Entsetzen muss sie sich mit ihm von einem Tag auf den anderen auch noch ihren verehrten Doktorvater teilen. Das Fass läuft über, als Lucas ihre Argumentation vor Publikum widerlegt. Sonia Bonny = NoaDie lebenslustige etwas chaotische junge Frau bietet Marguerite gleich bei ihrem ersten zufälligen Treffen an einer Bushaltestelle ein Zimmer in ihrer Wohnung an. Eines haben die beiden gemeinsam, sie brennen für ihre wenn auch völlig unterschiedlichen Visionen.Marguerite bringt zunächst Ordnung in die Wohnung und sorgt dank ihrer frisch erworbenen außergewöhnlichen Fähigkeiten beim Mah-Jongg-Spiel dafür, dass die Miete bezahlt werden kann. Noa kümmert sich vor allem um ihre Karriere als Sängerin und Tänzerin. Sie schleppt die noch völlig unbedarfte Marguerite in Clubs und Bars und eröffnet der Mathematikstudentin eine ganz neue Welt.Noa ist immer in fetzigen knappen Outfits unterwegs, während Marguerite immer ungeschminkt zum Beispiel ein weites graues T-Shirt, einen grünen Pullover, eine Rüschenbluse oder eine blaue Jacke trägt.Eines habe ich mit Noa übrigens gemeinsam. Unsere Mathekünste beschränken sich auf die vier Grundrechenarten. Unter meinen Matheklausuren prangte als Note meistens die vierte Primzahl, die Fünf. Marguerite + Lucas = ?Lucas nimmt nach dem großen Krach Kontakt zu Marguerite auf und ganz langsam kommen sich die beiden über ihre Leidenschaft zur Mathematik näher. Während eines Spaziergangs meint Lucas: „Und was hältst du davon, wenn wir die Primzahlverteilung als Untergrenze verwenden?“ Marguerite antwortet: „Ja, aber damit unsere Methode funktioniert, müssen wir die Siebfunktion begrenzen.“Was für ein Gespräch! Und was überhaupt bedeutet Siebfunktion?Die beiden jedenfalls rennen los in die Wohnung. Dort sind die Wände mit schwarzer Tafelfarbe gestrichen und übersät mit den wildesten Formeln. Mit oranger Kreide schreibt Lucas an eine Tafelwand. Mit weißer Kreide setzt Marguerite seine &#8222;Summe a&#8220; in Klammern und ergänzt sie zu &#8222;a ist proportional zu n durch log n&#8220;.So arbeiten die beiden nebeneinander und immer intensiver miteinander an den Tafelwänden, tauschen dabei verstohlene Blicke, treten zurück und betrachten dann ihr Werk. Ich hätte nie für möglich gehalten, wie stimmungsvoll die Arbeit mit schnöden Zahlen und wie romantisch die Mathematik sein kann. Spezielles Licht, dominierende Farben, typische Gesten der Filmfiguren, immer wieder auftauchende Gegenstände und Symbole sind in Filmen ja kein Zufall. Dies zu vermitteln, ist nur eine der Aufgaben einer Filmbeschreibung.Dazu einige Beispiele aus der Audiodeskription, getextet von Ralf Krämer, an der wir dann gemeinsam gearbeitet haben:„Es ist Nacht. Im fahlen orangen Licht schreibt Marguerite mit Kreide an ihre Wand; Marguerite von vorn, im orangen Licht.“„In der orangen Schrift: Ein Film von Anna Novion. &#8222;Die Gleichung ihres Lebens&#8220;. Um den Schriftzug herum entsteht ein dreieckiges Gitter aus dünnen Diagonalen und Zahlen.“Und orange sind unter anderem: Türen, Seitenwände einer Rolltreppe, ein geworfener Ball, die geflieste Wand einer Cafeteria.Auch das Dreieck mit der Spitze nach oben, Marguerite nennt es die Goldbach-Pyramide, taucht immer wieder auf.Oft rückt Marguerite ihre Brille mit großen Gläsern auf ihrer Nase zurecht, nestelt mit einem Haargummi oder lässt einen kleinen Stein auf dem Tisch kreisen. Einen ersten Eindruck, wie schön sich die von Ulrike Hübschmann gesprochene Audiodeskription anhört, gibt übrigens der Trailer! Ich beende meine kleine Mathematikstunde mit gleich zwei provokanten Sätzen: Zwei Ungleichungen meines Lebens. Grundlage sind alle insgesamt 18 Filmstarts in der 26. und 27. Kalenderwoche. 6 Filme mit deutscher Beteiligung + 12 internationale ≤ 1 barrierefrei bei der Greta App verfügbar 6 Filme mit vorhandener barrierefreier Fassung ≤ 0 bei der Greta App Diese Zahlen sprechen für sich und ich hoffe, dass das vorbildliche Engagement von Weltkino Schule macht!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was hatte es gleich noch mal mit den Primzahlen auf sich?</p>



<p>Sie sind nur durch 1 oder durch sich selbst teilbar Wie die 1, 2, 3, 5, 7 und so weiter und so weiter und so weiter bis <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-ast-global-color-2-color"><strong>∞</strong></mark>.</p>



<p>Aber ist auch jede höhere gerade Zahl als 2 die Summe zweier Primzahlen, wie behauptet von Christian Goldbach, einem Mathematiker aus dem 18. Jahrhundert?<br>Bewiesen ist seine Aussage, die sogenannte Goldbachsche Vermutung, bis heute nicht. Sie zählt zu den bekanntesten ungelösten Problemen der Mathematik.</p>



<p>Ausgerechnet mit diesem kniffligen Problem aus dem Bereich der Zahlentheorie beschäftigt sich Marguerite an der Pariser Universität ENS in ihrer Doktorarbeit. Wird es der hochbegabten Mathematikstudentin gelingen, als erste die Goldbachsche Vermutung zu beweisen? Der Film von Regisseurin Anna Novion löst es auf in</p>



<p>„<strong>Die Gleichung ihres Lebens</strong>“,</p>



<p>seit dem 27. Juni auch in den deutschen Kinos.</p>



<p>X steht in mathematischen Gleichungen für eine Zahl, deren Wert noch unbekannt oder variabel ist. Im übertragenen Sinn birgt jeder Filmstart die folgenden zwei Variablen oder Unbekannten in sich:<br>Wurde für den Film eine barrierefreie Fassung produziert?<br>Wenn ja, wird diese zum Kinostart auch bei der Greta App zum Download bereitgestellt?<br>In diesem Fall kann ich ganz einfach auflösen:<br>Beides ist bei dem französisch-schweizerischen Spielfilm ohne deutsche Förderung nur dank des Engagements des Weltkino Filmverleihs passiert, wie ein Blick in die Greta App beweist.</p>



<p>Das ist großartig, aber noch nicht alles. Obendrauf gibt es auch den <strong>Trailer</strong>, der große Lust auf den Film macht, mit Audiodeskription und erweiterten Untertiteln, voilà!</p>



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<p><strong>Ella Rumpf = Marguerite</strong><br>Beide Frauen brillieren gleichermaßen, Marguerite in der Mathematik, Ella Rumpf in ihrer Rolle der Studentin.<br>Marguerites Tagesablauf ist ziemlich berechenbar. Entweder läuft sie gedankenversunken mit Rucksack und an ihrem Haargummi nestelnd durch die Flure der Uni zu Hörsälen oder zu dem Büro ihres Doktorvaters. In der Mensa sitzt sie abseits ihrer Kommilitonen alleine am Tisch und abends büffelt sie in ihrem Zimmer im Studentenwohnheim und brütet über Formeln.</p>



<p><strong>Julien Frison = Lucas</strong><br>Der sympathische junge Mann, Marguerites Kommilitone, hat im Gegensatz zu ihr neben der Mathematik noch andere Interessen. Er spielt Posaune in einer Brass-Band und ist sehr kontaktfreudig. Zu ihrem großen Entsetzen muss sie sich mit ihm von einem Tag auf den anderen auch noch ihren verehrten Doktorvater teilen. Das Fass läuft über, als Lucas ihre Argumentation vor Publikum widerlegt.</p>



<p><strong>Sonia Bonny = Noa</strong><br>Die lebenslustige etwas chaotische junge Frau bietet Marguerite gleich bei ihrem ersten zufälligen Treffen an einer Bushaltestelle ein Zimmer in ihrer Wohnung an. Eines haben die beiden gemeinsam, sie brennen für ihre wenn auch völlig unterschiedlichen Visionen.<br>Marguerite bringt zunächst Ordnung in die Wohnung und sorgt dank ihrer frisch erworbenen außergewöhnlichen Fähigkeiten beim Mah-Jongg-Spiel dafür, dass die Miete bezahlt werden kann. Noa kümmert sich vor allem um ihre Karriere als Sängerin und Tänzerin. Sie schleppt die noch völlig unbedarfte Marguerite in Clubs und Bars und eröffnet der Mathematikstudentin eine ganz neue Welt.<br>Noa ist immer in fetzigen knappen Outfits unterwegs, während Marguerite immer ungeschminkt zum Beispiel ein weites graues T-Shirt, einen grünen Pullover, eine Rüschenbluse oder eine blaue Jacke trägt.<br>Eines habe ich mit Noa übrigens gemeinsam. Unsere Mathekünste beschränken sich auf die vier Grundrechenarten. Unter meinen Matheklausuren prangte als Note meistens die vierte Primzahl, die Fünf.</p>



<p><strong>Marguerite + Lucas = ?</strong><br>Lucas nimmt nach dem großen Krach Kontakt zu Marguerite auf und ganz langsam kommen sich die beiden über ihre Leidenschaft zur Mathematik näher. Während eines Spaziergangs meint Lucas: „Und was hältst du davon, wenn wir die Primzahlverteilung als Untergrenze verwenden?“ Marguerite antwortet: „Ja, aber damit unsere Methode funktioniert, müssen wir die Siebfunktion begrenzen.“<br>Was für ein Gespräch! Und was überhaupt bedeutet Siebfunktion?<br>Die beiden jedenfalls rennen los in die Wohnung. Dort sind die Wände mit schwarzer Tafelfarbe gestrichen und übersät mit den wildesten Formeln.</p>



<p>Mit oranger Kreide schreibt Lucas an eine Tafelwand. Mit weißer Kreide setzt Marguerite seine &#8222;Summe a&#8220; in Klammern und ergänzt sie zu &#8222;a ist proportional zu n durch log n&#8220;.<br>So arbeiten die beiden nebeneinander und immer intensiver miteinander an den Tafelwänden, tauschen dabei verstohlene Blicke, treten zurück und betrachten dann ihr Werk. Ich hätte nie für möglich gehalten, wie stimmungsvoll die Arbeit mit schnöden Zahlen und wie romantisch die Mathematik sein kann.</p>



<p>Spezielles Licht, dominierende Farben, typische Gesten der Filmfiguren, immer wieder auftauchende Gegenstände und Symbole sind in Filmen ja kein Zufall. Dies zu vermitteln, ist nur eine der Aufgaben einer Filmbeschreibung.<br>Dazu einige Beispiele aus der Audiodeskription, getextet von Ralf Krämer, an der wir dann gemeinsam gearbeitet haben:<br>„Es ist Nacht. Im fahlen orangen Licht schreibt Marguerite mit Kreide an ihre Wand; Marguerite von vorn, im orangen Licht.“<br>„In der orangen Schrift: Ein Film von Anna Novion. &#8222;Die Gleichung ihres Lebens&#8220;. Um den Schriftzug herum entsteht ein dreieckiges Gitter aus dünnen Diagonalen und Zahlen.“<br>Und orange sind unter anderem: Türen, Seitenwände einer Rolltreppe, ein geworfener Ball, die geflieste Wand einer Cafeteria.<br>Auch das Dreieck mit der Spitze nach oben, Marguerite nennt es die Goldbach-Pyramide, taucht immer wieder auf.<br>Oft rückt Marguerite ihre Brille mit großen Gläsern auf ihrer Nase zurecht, nestelt mit einem Haargummi oder lässt einen kleinen Stein auf dem Tisch kreisen.</p>



<p>Einen ersten Eindruck, wie schön sich die von Ulrike Hübschmann gesprochene Audiodeskription anhört, gibt übrigens der Trailer!</p>



<p>Ich beende meine kleine Mathematikstunde mit gleich zwei provokanten Sätzen: <strong>Zwei Ungleichungen meines Lebens</strong>. Grundlage sind alle insgesamt 18 Filmstarts in der 26. und 27. Kalenderwoche.</p>



<p><strong>6 Filme mit deutscher Beteiligung + 12 internationale ≤ 1 barrierefrei bei der Greta App verfügbar</strong></p>



<p><strong>6 Filme mit vorhandener barrierefreier Fassung ≤ 0 bei der Greta App</strong></p>



<p>Diese Zahlen sprechen für sich und ich hoffe, dass das vorbildliche Engagement von Weltkino Schule macht!</p>
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		<title>Perfect Days</title>
		<link>https://www.blindgaengerin.com/perfect-days/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2024 15:08:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesehen gehört]]></category>
		<category><![CDATA[Koji Yakusho]]></category>
		<category><![CDATA[Lou Reed]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Wim Wenders]]></category>
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					<description><![CDATA[„Perfekt!“Oft wird mit diesem Wörtchen am Ende eines Gesprächs auf den Punkt gebracht, daß alle Beteiligten mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sind. Jedenfalls für den Moment. „Perfect Day“In seinem Song aus dem Jahr 1972 philosophiert Lou Reed zu einer wunderschön melancholischen Melodie, wie er sich einen perfekten Tag vorstellt. Mit wem er diesen Tag verbringen möchte, bleibt allerdings offen.„Einfach ein perfekter Tag, im Park Sangria trinken,und dann später, wenn es dunkel wird, gehen wir nach Hause.Einfach ein perfekter Tag, Tiere im Zoo füttern,und dann später noch ins Kino…“ …zum Beispiel in „Perfect Days“! Würde Lou Reed noch leben, hätte er sich den am 21. Dezember 2023 gestarteten Spielfilm von Wim Wenders garantiert schon längst angeschaut. Die beiden waren sehr gute Freunde und der Musiker hatte in drei Filmen des Regisseurs mitgespielt. „Lou wäre auch über die Figur des Hirayama sehr froh gewesen“, meinte der Regisseur in einem Interview im „Der Standard“.Hirayama reinigt öffentliche Toiletten und verbringt seine Pausen in Parks. Im Blaumann und mit einem schwarzen Gürtel sitzt er auf Parkbänken oder Steinstufen. Aber er trinkt keine Sangria, sondern liest in Taschenbüchern. Besonders gefreut hätte sich der Singer-Songwriter auch über Hirayamas Musikgeschmack.Auf dem Weg zur Arbeit schiebt der Toilettenreiniger jedesmal eine andere Kassette mit Musik aus den 70er Jahren &#8211; auch meine Musik &#8211; in sein Autoradio. Er hört zum Beispiel ein Stück von „The Animals“ oder „Velvet Underground“. Nur Lou Reed kommt mit „Pale Blue Eyes“ und natürlich „Perfect Day“ zweimal zum Zug. Er ist Wim Wenders Lieblingsstimme in der Rockgeschichte und für ihn der Schirmpatron des Films. Wim Wenders war sehr froh, daß er für die Rolle des Hirayama den japanischen Schauspieler Koji Yakusho gewinnen konnte. Der überzeugte schon die Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Mai 2023. Ich hätte mich riesig gefreut, wenn ich mit einer Filmbeschreibung über die Greta App in die Welt des sympathischen und bescheidenen Hirayama hätte eintauchen können.„Perfect Days“ ist eine deutsch-japanische Koproduktion ohne deutsche Fördergelder. Eine Audiodeskription lag zum Kinostart nicht vor. Und was es nicht gibt, kann bei der Greta App auch nicht zur Verfügung gestellt werden.Das war so schade! Der eher dialogarme Film lebt vor allem von Bildern. Zum Beispiel &#8211; habe ich mir sagen lassen &#8211; von Koji Yakushos fantastischem Minenspiel, wie behutsam er als Hirayama mit der Natur und den Menschen umgeht, und mit welcher Sorgfalt und Hingabe er die öffentlichen Toiletten reinigt.Diese Toiletten sind natürlich etwas ganz Besonderes und spielen als Teil des sogenannten„Tokyo Toilet Project“ neben Hirayama die Hauptrolle! Zwischen 2020 und 2023 entwarfen 16 namhafte japanische Architekten und Architektinnen für den Tokioter Stadtteil Shibuya 17 Toilettenanlagen. Jede für sich ist ein Einzelstück, ästhetisch und vielfältig gestaltet und in hohem Standard und inklusiv ausgeführt. Und wie für öffentliche Toiletten besonders wichtig, aber leider die Ausnahme: Die langfristig angelegte Hygiene und Sauberkeit der stillen Örtchen. Zumindest eine vage Vorstellung von einigen der Toilettenanlagen, jede für sich ein Kunstwerk, bekam ich auf der Website: baunetz interior&#124;design https://www.baunetz-id.de Nur so, um eine Idee zu bekommen: Dort wird eine der Anlagen als Raumschiff auf Zwischenlandung beschrieben. Eigentlich verkneife ich mir Kinobesuche, wenn für den Film keine Audiodeskription über die Greta App zur Verfügung steht. Aber bei „Perfect Days“ mußte ich einfach eine Ausnahme machen.Zum einen, weil es der Film, eingereicht von Japan, unter die fünf für den Auslandsoscar Nominierten geschafft hat und schon deshalb in aller Munde ist. Und zum anderen wegen des für mich extrem heiklen Themas „öffentliche Toiletten“! Nur wenn es unbedingt sein muß, aber eigentlich verkneife ich mir den Besuch der finsteren, nicht gerade einladend riechenden kleinen Toilettenhäuschen.Im Fall der Fälle bin ich aber immer mit einem Papiertaschentuch gewappnet und muß für den ersten Eindruck meiner Nase vertrauen. Dann vermeide ich möglichst, mit irgendetwas in Berührung zu kommen. Unterwegs, vor allem bei Bahnfahrten, verkneife ich mir jeden Schluck aus der Wasserflasche und beiße lieber in einen Apfel oder ein Stück Gurke. In Restaurants oder bei Veranstaltungen ist die Lage schon etwas entspannter und die Toiletten in der Regel ordentlich.Wenn es einmal sein muß, frage ich nach einem „Taxi zum Klo“. Ich hoffe, daß mir dies der Regisseur des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1980, Frank Ripploh, nicht übelnimmt.Bin ich in weiblicher Begleitung, ist die Sache unkompliziert. Meine Begleiterin leitet mich durch die vielen Türen des WC-Bereichs zu einer freien Kabine, wirft einen Kontrollblick hinein und unterstützt mich beim Finden eines Waschbeckens, des Seifenspenders und so weiter.Die männliche Begleitung muß draußen bleiben und ich habe mich nicht nur einmal zwischen den vielen Türen der riesigen WC-Bereiche verkeilt. Statt wie in Sofia Coppolas Film „Lost in Translation“ aus dem Jahr 2003 bin ich „Lost im WC-Bereich“.Aber letztlich habe ich immer den Weg aus den WC-Labyrinthen gefunden. Und angesichts der Tatsache, daß mehr als 40 % der Weltbevölkerung keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäreinrichtungen haben, ist mein Problem ein Luxusproblem. Seit 2013 macht der 19. November als „Welttoilettentag“ auf diese Misere aufmerksam, ein Welttag der Vereinten Nationen im Kampf für Sanitäranlagen! Der von Japan eingereichte Spielfilm über das Tokyo Toilet Project konkurriert mit vier weiteren Filmen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.Ins Rennen um die begehrte Trophäe gehen auch der britische Beitrag „The Zone of Interest“ und für Deutschland „Das Lehrerzimmer“ von Ìlker Çatak. Am 10. März fällt in Los Angeles die Entscheidung, für welches Filmteam dieser Tag ein perfekter Tag wird!]]></description>
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<p>„Perfekt!“<br>Oft wird mit diesem Wörtchen am Ende eines Gesprächs auf den Punkt gebracht, daß alle Beteiligten mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sind. Jedenfalls für den Moment.</p>



<p><strong>„Perfect Day“</strong><br>In seinem Song aus dem Jahr 1972 philosophiert Lou Reed zu einer wunderschön melancholischen Melodie, wie er sich einen perfekten Tag vorstellt. Mit wem er diesen Tag verbringen möchte, bleibt allerdings offen.<br>„Einfach ein perfekter Tag, im Park Sangria trinken,<br>und dann später, wenn es dunkel wird, gehen wir nach Hause.<br>Einfach ein perfekter Tag, Tiere im Zoo füttern,<br>und dann später noch ins Kino…“</p>



<p><strong>…zum Beispiel in „Perfect Days“!</strong></p>



<p>Würde Lou Reed noch leben, hätte er sich den am 21. Dezember 2023 gestarteten Spielfilm von Wim Wenders garantiert schon längst angeschaut. Die beiden waren sehr gute Freunde und der Musiker hatte in drei Filmen des Regisseurs mitgespielt.</p>



<p>„Lou wäre auch über die Figur des Hirayama sehr froh gewesen“, meinte der Regisseur in einem Interview im „Der Standard“.<br>Hirayama reinigt öffentliche Toiletten und verbringt seine Pausen in Parks. Im Blaumann und mit einem schwarzen Gürtel sitzt er auf Parkbänken oder Steinstufen. Aber er trinkt keine Sangria, sondern liest in Taschenbüchern.</p>



<p>Besonders gefreut hätte sich der Singer-Songwriter auch über Hirayamas Musikgeschmack.<br>Auf dem Weg zur Arbeit schiebt der Toilettenreiniger jedesmal eine andere Kassette mit Musik aus den 70er Jahren &#8211; auch meine Musik &#8211; in sein Autoradio. Er hört zum Beispiel ein Stück von „The Animals“ oder „Velvet Underground“. Nur Lou Reed kommt mit „Pale Blue Eyes“ und natürlich „Perfect Day“ zweimal zum Zug. Er ist Wim Wenders Lieblingsstimme in der Rockgeschichte und für ihn der Schirmpatron des Films.</p>



<p>Wim Wenders war sehr froh, daß er für die Rolle des Hirayama den japanischen Schauspieler Koji Yakusho gewinnen konnte. Der überzeugte schon die Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Mai 2023.</p>



<p>Ich hätte mich riesig gefreut, wenn ich mit einer Filmbeschreibung über die Greta App in die Welt des sympathischen und bescheidenen Hirayama hätte eintauchen können.<br>„Perfect Days“ ist eine deutsch-japanische Koproduktion ohne deutsche Fördergelder. Eine Audiodeskription lag zum Kinostart nicht vor. Und was es nicht gibt, kann bei der Greta App auch nicht zur Verfügung gestellt werden.<br>Das war so schade!</p>



<p>Der eher dialogarme Film lebt vor allem von Bildern. Zum Beispiel &#8211; habe ich mir sagen lassen &#8211; von Koji Yakushos fantastischem Minenspiel, wie behutsam er als Hirayama mit der Natur und den Menschen umgeht, und mit welcher Sorgfalt und Hingabe er die öffentlichen Toiletten reinigt.<br>Diese Toiletten sind natürlich etwas ganz Besonderes und spielen als Teil des sogenannten<br>„Tokyo Toilet Project“ neben Hirayama die Hauptrolle!</p>



<p>Zwischen 2020 und 2023 entwarfen 16 namhafte japanische Architekten und Architektinnen für den Tokioter Stadtteil Shibuya 17 Toilettenanlagen. Jede für sich ist ein Einzelstück, ästhetisch und vielfältig gestaltet und in hohem Standard und inklusiv ausgeführt. Und wie für öffentliche Toiletten besonders wichtig, aber leider die Ausnahme: Die langfristig angelegte Hygiene und Sauberkeit der stillen Örtchen.</p>



<p>Zumindest eine vage Vorstellung von einigen der Toilettenanlagen, jede für sich ein Kunstwerk, bekam ich auf der Website:</p>



<p>baunetz interior|design <a href="https://www.baunetz.de">https://www.baunetz-id.de</a></p>



<p>Nur so, um eine Idee zu bekommen: Dort wird eine der Anlagen als Raumschiff auf Zwischenlandung beschrieben.</p>



<p>Eigentlich verkneife ich mir Kinobesuche, wenn für den Film keine Audiodeskription über die Greta App zur Verfügung steht. Aber bei „Perfect Days“ mußte ich einfach eine Ausnahme machen.<br>Zum einen, weil es der Film, eingereicht von Japan, unter die fünf für den Auslandsoscar Nominierten geschafft hat und schon deshalb in aller Munde ist. Und zum anderen wegen des für mich extrem heiklen Themas „öffentliche Toiletten“!</p>



<p>Nur wenn es unbedingt sein muß, aber eigentlich verkneife ich mir den Besuch der finsteren, nicht gerade einladend riechenden kleinen Toilettenhäuschen.<br>Im Fall der Fälle bin ich aber immer mit einem Papiertaschentuch gewappnet und muß für den ersten Eindruck meiner Nase vertrauen. Dann vermeide ich möglichst, mit irgendetwas in Berührung zu kommen. Unterwegs, vor allem bei Bahnfahrten, verkneife ich mir jeden Schluck aus der Wasserflasche und beiße lieber in einen Apfel oder ein Stück Gurke.</p>



<p>In Restaurants oder bei Veranstaltungen ist die Lage schon etwas entspannter und die Toiletten in der Regel ordentlich.<br>Wenn es einmal sein muß, frage ich nach einem „Taxi zum Klo“. Ich hoffe, daß mir dies der Regisseur des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1980, Frank Ripploh, nicht übelnimmt.<br>Bin ich in weiblicher Begleitung, ist die Sache unkompliziert. Meine Begleiterin leitet mich durch die vielen Türen des WC-Bereichs zu einer freien Kabine, wirft einen Kontrollblick hinein und unterstützt mich beim Finden eines Waschbeckens, des Seifenspenders und so weiter.<br>Die männliche Begleitung muß draußen bleiben und ich habe mich nicht nur einmal zwischen den vielen Türen der riesigen WC-Bereiche verkeilt. Statt wie in Sofia Coppolas Film „Lost in Translation“ aus dem Jahr 2003 bin ich „Lost im WC-Bereich“.<br>Aber letztlich habe ich immer den Weg aus den WC-Labyrinthen gefunden. Und angesichts der Tatsache, daß mehr als 40 % der Weltbevölkerung keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäreinrichtungen haben, ist mein Problem ein Luxusproblem. Seit 2013 macht der 19. November als „Welttoilettentag“ auf diese Misere aufmerksam, ein Welttag der Vereinten Nationen im Kampf für Sanitäranlagen!</p>



<p>Der von Japan eingereichte Spielfilm über das Tokyo Toilet Project konkurriert mit vier weiteren Filmen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.<br>Ins Rennen um die begehrte Trophäe gehen auch der britische Beitrag „The Zone of Interest“ und für Deutschland „Das Lehrerzimmer“ von Ìlker Çatak.</p>



<p><strong>Am 10. März fällt in Los Angeles die Entscheidung, für welches Filmteam dieser Tag ein perfekter Tag wird!</strong></p>
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		<title>Beim DOK 2023 in Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2023 11:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hier und da unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[DOK Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Schere zur Hand nehmen und sich sein persönliches Programm für das 66. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2023 vom 08. bis 15. Oktober einfach zurechtschneiden? So könnte das diesjährige Motiv des DOK auf dem Festivalplakat gedeutet werden, vor dem wir beide, Mieke, meine wunderbare Begleiterin während der Festivaltage, und ich mit unseren Badges für ein Foto posieren. Auf rotem Grund prangt eine riesige Schere mit orangefarbenen Griffen und blitzenden, zum Drauflosschneiden geöffneten Klingen! Und was für ein schöner Zufall, die Farbtöne auf dem Plakat und der meines Pullis harmonieren perfekt, habe ich mir sagen lassen. Mieke und ich hatten also zur Schere gegriffen und uns von 225 Filmen aus rund 60 Ländern unser persönliches Programm herausgeschnitten. Aber bevor es heißt „Film ab!“ möchte ich mich herzlich beim DOK für die bereits fünfte Einladung zum Festival und der unter anderem damit verbundenen Presseakkreditierung für mich und meine Begleitung bedanken! Tiefe Töne von Tuben, kurz und etwas abgehackt, seien zu hören bei „The Tuba Thieves“ von Alison O’Daniel USA 2023, dachte ich irrtümlicherweise. Das kommt davon, wenn man sich vorher nicht informiert. Ansonsten hätte ich erfahren, daß dies keine Geschichte über verschwundene und wieder auftauchende Instrumente ist, sondern der Titel der Filmemacherin lediglich als Aufhänger für ihren Dokumentarfilm zu dem Thema Hören und Nicht-Hören diente. So stellte sich im Film also die Frage, was macht das Fehlen eines Klanges mit der Wahrnehmung von Musik? Und wie nehmen gehörlose Menschen Töne, Musik und Geräusche eigentlich wahr? Eine Frage, die mich brennend interessiert! Alison O’Daniel ist hörend und erzählt aus der Perspektive von Nichthörenden, die natürlich ganz oft zu Wort kommen. Es wurde fast ausschließlich in Gebärdensprache kommuniziert, die übersetzt und für das sehende Publikum als Untertitel auf der Leinwand eingeblendet war. Zu lesen war dort auch die Beschreibung der Töne, Musik und der Geräusche, also die sogenannten erweiterten Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Ich wiederum hätte eine Audiodeskription gebraucht, um neben der Bildbeschreibung auch diese Untertitel akustisch wahrnehmen zu können. So versank ich etwas verloren in meinem Kinosessel. Aber ganz zum Schluß meinte ich dann doch noch, ein ganz kurzes „Tröt“ einer Tuba gehört zu haben. Mieke neben mir war begeistert in die akustische Welt mit den vielen beeindruckenden Bildern eingetaucht! Die Tubadiebe waren beim diesjährigen Festival einer von 18 Filmen mit eingeblendeten erweiterten Untertiteln, das sind mehr geworden! Und wie jedes Jahr wurden ausgewählte Filmgespräche in deutsche Gebärdensprache übersetzt. Warum tauchen eigentlich immer wieder Überschriften auf mit dem Tenor: „Betroffenen eine Stimme geben“? „Betroffene haben alle eine Stimme, Menschen mit Gewalterfahrungen haben Stimmen, bloß werden sie nicht gehört!“, ein Zitat von Detlef Zander und er weiß, wovon er spricht. Seit den 50er Jahren bis weit über das Jahr 2000 hinaus wurden hunderte Kinder und Jugendliche in den Kinderheimen der evangelischen Brüdergemeinde in der kleinen Gemeinde Korntal in der Nähe von Stuttgart mißbraucht. Zwangsarbeit, körperliche Züchtigung und sexualisierte Gewalt waren an der Tagesordnung. Detlef Zander als Betroffener machte im Jahr 2014 die Verbrechen erstmals öffentlich und engagiert sich seitdem mit anderen Opfern für die Aufarbeitung der Taten. Knapp zehn Jahre später läßt die Drehbuchautorin und Regisseurin Julia Charakter in ihrem Dokumentarfilm vor allem „Die Kinder aus Korntal“ zu Wort kommen, die immer noch um Aufklärung und Wiedergutmachung kämpfen. Die Stimmen und die ergreifend schmerzhaften Beiträge einiger Frauen und Männer haben sich fest in mein Gedächtnis eingebrannt. Für ihren Film wider das Vergessen wurden Julia Charakter und ihr Team mit dem Förderpreis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet! Bei Johnny liegt die Sache anders. Ihm wird eine Stimme gegeben, weil er keine hat! In dem animierten Dokumentarfilm „Johnny &#38; Me“ gibt die Regisseurin Katrin Rothe ihrer Protagonistin Stefanie eine Schere zur Hand. Ruckzuck ist die Miniaturausgabe von John Heartfield aus einem Bogen Pappe ausgeschnitten, spricht und los geht die Zeitreise durch sein bewegtes Leben! Der im Jahr 1891 als Helmut Herzfeld in Berlin-Schmargendorf geborene Maler und Grafiker starb 1968 in Ost-Berlin. John Heartfield gilt als Erfinder der politischen Fotomontage und geriet als überzeugter Kommunist während und nach den beiden Weltkriegen immer wieder zwischen die Fronten. Es gibt also viel zu erzählen und mir gefiel die Idee dieser mal ganz anderen Zeitreise mit Stefanie und Johnny sehr! Diese beiden unbedingt empfehlenswerten Filme hatte Mieke ausgesucht. Mir wären sie ansonsten entgangen, und zwar aus folgendem Grund: Mein Fokus liegt auf den mit Audiodeskription (AD) bei der Greta App bereitgestellten Filmen, allerdings waren diese beiden nicht darunter. Vor allem bei Johnny wäre eine Filmbeschreibung sehr hilfreich gewesen. Die MAZ war schon in Arbeit, aber nicht rechtzeitig fertig. Und ganz allgemein nachgefragt, wie zugänglich und barrierefrei war das DOK 2023? Im Sinne des diesjährigen Motivs geantwortet, das Festival schnitt hervorragend ab! Hier ein Zitat von der Website: „Unser Ziel ist, daß Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam Filme schauen und diskutieren können. Deshalb arbeiten wir daran, daß alle Personen möglichst barrierefrei Zugang zum Festival haben.“ Erstmals gab es Beschreibungen von vielen Fotos und Filmstills auf der Website, toll! Informiert wurde auch über Aufzüge, Rampen, Rollstuhlplätze, Behindertentoiletten usw. zu allen Kinos und Spielstätten. Neu war auch das Angebot eines Begleitdienstes mit der Diakonie Leipzig. Blinde, Sehbeeinträchtigte und Festivalbesucher im Rollstuhl konnten sich von zu Hause oder einer Haltestelle aus zum gewünschten Kino begleiten lassen. Meine nächste Haltestelle und zugleich Endstation in diesem Beitrag heißt: Das Filmangebot mit Audiodeskription bei der Greta App, sechs Lang- und drei Kurzfilme! Zum zweiten Mal stellte Paula Schumann, das Budget fest im Blick, ein möglichst umfangreiches und abwechslungsreiches Programm für das blinde und hörbeeinträchtigte Publikum zusammen und stimmte sich dabei mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Programmabteilung ab. Zu ihren Aufgaben gehört auch, dafür zu sorgen, daß die Audiodeskriptionen rechtzeitig zum Festival erstellt und bei der Greta App verfügbar sind. Als Mitglied des Hörfilm e.V., der Vereinigung deutschsprachiger Filmbeschreiberinnen und Filmbeschreiber, weiß Paula genau, worauf sie dabei zu achten hat. Das macht sich bei der Qualität der Hörfilmfassungen enorm bemerkbar. Und diese schnitten auch dieses Jahr bis auf einen kleinen Ausrutscher sehr sehr gut ab! Und hier meine Filmauswahl: Beim Animationsfilm sind der Fantasie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="4541" class="elementor elementor-4541">
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<p>Eine Schere zur Hand nehmen und sich sein persönliches Programm für das</p>
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<p><strong>66. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2023</strong></p>
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<p>vom 08. bis 15. Oktober einfach zurechtschneiden?</p>
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<p>So könnte das diesjährige Motiv des DOK auf dem Festivalplakat gedeutet werden, vor dem wir beide, Mieke, meine wunderbare Begleiterin während der Festivaltage, und ich mit unseren Badges für ein Foto posieren.</p>
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<p>Auf rotem Grund prangt eine riesige Schere mit orangefarbenen Griffen und blitzenden, zum Drauflosschneiden geöffneten Klingen! Und was für ein schöner Zufall, die Farbtöne auf dem Plakat und der meines Pullis harmonieren perfekt, habe ich mir sagen lassen.</p>
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<p>Mieke und ich hatten also zur Schere gegriffen und uns von 225 Filmen aus rund 60 Ländern unser persönliches Programm herausgeschnitten.</p>
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<p>Aber bevor es heißt „Film ab!“ möchte ich mich herzlich beim DOK für die bereits fünfte Einladung zum Festival und der unter anderem damit verbundenen Presseakkreditierung für mich und meine Begleitung bedanken!</p>
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<p>Tiefe Töne von Tuben, kurz und etwas abgehackt, seien zu hören bei</p>
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<p><strong>„The Tuba Thieves“ von Alison O’Daniel USA 2023</strong>,</p>
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<p>dachte ich irrtümlicherweise. Das kommt davon, wenn man sich vorher nicht informiert. Ansonsten hätte ich erfahren, daß dies keine Geschichte über verschwundene und wieder auftauchende Instrumente ist, sondern der Titel der Filmemacherin lediglich als Aufhänger für ihren Dokumentarfilm zu dem Thema Hören und Nicht-Hören diente. So stellte sich im Film also die Frage, was macht das Fehlen eines Klanges mit der Wahrnehmung von Musik? Und wie nehmen gehörlose Menschen Töne, Musik und Geräusche eigentlich wahr? Eine Frage, die mich brennend interessiert!</p>
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<p>Alison O’Daniel ist hörend und erzählt aus der Perspektive von Nichthörenden, die natürlich ganz oft zu Wort kommen. Es wurde fast ausschließlich in Gebärdensprache kommuniziert, die übersetzt und für das sehende Publikum als Untertitel auf der Leinwand eingeblendet war. Zu lesen war dort auch die Beschreibung der Töne, Musik und der Geräusche, also die sogenannten erweiterten Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Ich wiederum hätte eine Audiodeskription gebraucht, um neben der Bildbeschreibung auch diese Untertitel akustisch wahrnehmen zu können. So versank ich etwas verloren in meinem Kinosessel. Aber ganz zum Schluß meinte ich dann doch noch, ein ganz kurzes „Tröt“ einer Tuba gehört zu haben. Mieke neben mir war begeistert in die akustische Welt mit den vielen beeindruckenden Bildern eingetaucht!</p>
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<p>Die Tubadiebe waren beim diesjährigen Festival einer von 18 Filmen mit eingeblendeten erweiterten Untertiteln, das sind mehr geworden! Und wie jedes Jahr wurden ausgewählte Filmgespräche in deutsche Gebärdensprache übersetzt.</p>
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<p>Warum tauchen eigentlich immer wieder Überschriften auf mit dem Tenor: „Betroffenen eine Stimme geben“?</p>
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<p>„Betroffene haben alle eine Stimme, Menschen mit Gewalterfahrungen haben Stimmen, bloß werden sie nicht gehört!“, ein Zitat von Detlef Zander und er weiß, wovon er spricht.</p>
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<p>Seit den 50er Jahren bis weit über das Jahr 2000 hinaus wurden hunderte Kinder und Jugendliche in den Kinderheimen der evangelischen Brüdergemeinde in der kleinen Gemeinde Korntal in der Nähe von Stuttgart mißbraucht. Zwangsarbeit, körperliche Züchtigung und sexualisierte Gewalt waren an der Tagesordnung.</p>
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<p>Detlef Zander als Betroffener machte im Jahr 2014 die Verbrechen erstmals öffentlich und engagiert sich seitdem mit anderen Opfern für die Aufarbeitung der Taten.</p>
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<p>Knapp zehn Jahre später läßt die Drehbuchautorin und Regisseurin Julia Charakter in</p>
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<p>ihrem Dokumentarfilm vor allem</p>
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<p><strong>„Die Kinder aus Korntal“</strong></p>
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<p>zu Wort kommen, die immer noch um Aufklärung und Wiedergutmachung kämpfen. Die Stimmen und die ergreifend schmerzhaften Beiträge einiger Frauen und Männer haben sich fest in mein Gedächtnis eingebrannt. Für ihren Film wider das Vergessen wurden Julia Charakter und ihr Team mit dem Förderpreis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet!</p>
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<p>Bei Johnny liegt die Sache anders. Ihm wird eine Stimme gegeben, weil er keine hat!</p>
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<p>In dem animierten Dokumentarfilm</p>
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<p><strong>„Johnny &amp; Me“</strong></p>
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<p>gibt die Regisseurin Katrin Rothe ihrer Protagonistin Stefanie eine Schere zur Hand.</p>
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<p>Ruckzuck ist die Miniaturausgabe von John Heartfield aus einem Bogen Pappe ausgeschnitten, spricht und los geht die Zeitreise durch sein bewegtes Leben!</p>
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<p>Der im Jahr 1891 als Helmut Herzfeld in Berlin-Schmargendorf geborene Maler und Grafiker starb 1968 in Ost-Berlin. John Heartfield gilt als Erfinder der politischen Fotomontage und geriet als überzeugter Kommunist während und nach den beiden Weltkriegen immer wieder zwischen die Fronten. Es gibt also viel zu erzählen und mir gefiel die Idee dieser mal ganz anderen Zeitreise mit Stefanie und Johnny sehr!</p>
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<p>Diese beiden unbedingt empfehlenswerten Filme hatte Mieke ausgesucht. Mir wären sie ansonsten entgangen, und zwar aus folgendem Grund:</p>
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<p>Mein Fokus liegt auf den mit Audiodeskription (AD) bei der Greta App bereitgestellten Filmen, allerdings waren diese beiden nicht darunter. Vor allem bei Johnny wäre eine Filmbeschreibung sehr hilfreich gewesen. Die MAZ war schon in Arbeit, aber nicht rechtzeitig fertig.</p>
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<p><strong>Und ganz allgemein nachgefragt, wie zugänglich und barrierefrei war das DOK 2023?</strong></p>
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<p>Im Sinne des diesjährigen Motivs geantwortet, das Festival schnitt hervorragend ab!</p>
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<p>Hier ein Zitat von der Website: „Unser Ziel ist, daß Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam Filme schauen und diskutieren können. Deshalb arbeiten wir daran, daß alle Personen möglichst barrierefrei Zugang zum Festival haben.“</p>
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<p>Erstmals gab es Beschreibungen von vielen Fotos und Filmstills auf der Website, toll! Informiert wurde auch über Aufzüge, Rampen, Rollstuhlplätze, Behindertentoiletten usw. zu allen Kinos und Spielstätten. Neu war auch das Angebot eines Begleitdienstes mit der Diakonie Leipzig. Blinde, Sehbeeinträchtigte und Festivalbesucher im Rollstuhl konnten sich von zu Hause oder einer Haltestelle aus zum gewünschten Kino begleiten lassen.</p>
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<p>Meine nächste Haltestelle und zugleich Endstation in diesem Beitrag heißt:</p>
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<p>Das Filmangebot mit Audiodeskription bei der Greta App, sechs Lang- und drei Kurzfilme!</p>
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<p>Zum zweiten Mal stellte Paula Schumann, das Budget fest im Blick, ein möglichst umfangreiches und abwechslungsreiches Programm für das blinde und hörbeeinträchtigte Publikum zusammen und stimmte sich dabei mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Programmabteilung ab. Zu ihren Aufgaben gehört auch, dafür zu sorgen, daß die Audiodeskriptionen rechtzeitig zum Festival erstellt und bei der Greta App verfügbar sind. Als Mitglied des Hörfilm e.V., der Vereinigung deutschsprachiger Filmbeschreiberinnen und Filmbeschreiber, weiß Paula genau, worauf sie dabei zu achten hat. Das macht sich bei der Qualität der Hörfilmfassungen enorm bemerkbar. Und diese schnitten auch dieses Jahr bis auf einen kleinen Ausrutscher sehr sehr gut ab!</p>
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<p><strong>Und hier meine Filmauswahl:</strong></p>
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<p>Beim Animationsfilm sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und drei ganz zauberhafte Beispiele dafür sind:</p>
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<p><strong>„Sultana‘s Dream“</strong></p>
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<p></p>
<p>ist zugleich der Titel eines Buches, welches die Spanierin Inés bei einer ihrer Reisen durch Indien entdeckt und das sie in seinen Bann zieht. Wir begleiten sie während ihrer Suche nach dem dort beschriebenen Ladyland und tauchen mit ihr immer tiefer in die Fantasiewelt ein, dem utopischen Land der Frauen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>„Such Miracles Do Happen“</strong></p>
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<p>Für das Wunder, wie eine religiöse Statue lebendig wird, sich mit einem Mädchen ohne Knochen vereint, und mit anderen Figuren, die von ihren Altären herabgestiegen sind, das Dorf verläßt, gab es die goldene Taube „Bester internationaler kurzer Animationsfilm“!</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>„It’s Just a Whole“</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Zunächst ist es ein kleiner Leberfleck, den die Ärztin bei ihrer akribischen Untersuchung auf Mayas Oberschenkel entdeckt. Dann sitzt ein kleiner dunkler Punkt auf dem Apfel, in den Maya gerade beißen will. Auf der anderen Seite sind es dann zwei Punkte wie Augen, aus denen Tränen rinnen. In ihrem Traum ist der Fleck so groß wie sie selbst und die beiden liegen nebeneinander entspannt auf einer Wiese. Schließlich tritt der Fleck als Priester auf und hat sogar eine Stimme bekommen, unglaublich und mehr verrate ich nicht!</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die Vermittlung des jeweils speziellen visuellen Stils und der vielen fantastischen Bilder in den oft kurzen dialogfreien Stellen ist die große Herausforderung beim Animationsfilm, die in allen drei Filmen mit Bravour gelungen ist!</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Bei den Dokumentarfilmen war mein klarer Favorit</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>„Kumva – Was aus der Stille kommt“</strong>!</p>
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<p>„Kumva“ heißt „lauschen“ und das taten alle im vollbesetzten Kinosaal mucksmäuschenstill. Wir lauschten den Müttern, die ihren jetzt 30-jährigen Töchtern und Söhnen von ihren grauenvollen Erlebnissen während des Völkermords an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994 erzählen. Erinnerungen haben die damals zwei- oder dreijährigen Kinder an diese schreckliche Zeit des Genozid nicht und erst jetzt finden die Mütter die Kraft, darüber zu sprechen. Und dabei lassen sie sich Zeit. Die Audiodeskription hält sich zumeist sensibel im Hintergrund, trotzdem bekam ich sehr anschaulich einen Eindruck vom Land und den Menschen vermittelt. Sehr gut gelungen fand ich das deutsche Voice Over der vielen Menschen, die in Sarah Mallégols Film in ihrer Landessprache zu Wort kommen.</p>
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<p>„Mit 84 ist noch lang noch nicht Schluß“, ist das Lebensmotto von</p>
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<p><strong>„Vika!“</strong></p>
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<p>Sie ist quirlig, tanzt und performt in den abgefahrensten Outfits und legt als DJ in den angesagtesten Clubs in Warschau auf. Das Filmbeschreiber-Team bleibt Vika bei den noch so verrückten Choreographien dicht auf den Fersen, trifft dann aber auch in den nachdenklichen Momenten die passenden Worte zur Beschreibung ihrer Gefühlslage, wenn sie alleine nur mit ihrer Katze in der Wohnung sitzt, um den verstorbenen Mann trauert und über das etwas verkorkste Verhältnis zu ihren Söhnen sinniert.</p>
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<p>Vor allem junge Menschen finden heute in der Lausitz zu ihren sorbischen Wurzeln zurück, wie zum Beispiel Anna in</p>
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<p><strong>„Bei uns heißt sie Hanka“</strong>!</p>
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<p>Mir war es manchmal ein bißchen zuviel Tradition, Trachten und Religion. Aber der behutsame Umgang mit der Natur hat mich sehr beeindruckt. Geschwächelt hat allerdings die Audiodeskription. Mit der Stimme der Sprecherin, eher nicht professionell, konnte ich mich nicht anfreunden. Neben der AD sprach sie auch alle vom Sorbischen ins Deutsche übersetzten Untertitel. Das hatte manchmal etwas von einem Selbstgespräch. Bei „Kumva“ und „Vika“ wurden für das Voice Over zusätzlich mindestens eine weibliche und eine männliche Stimme eingesetzt, das ist für einen schönen Hörgenuß unverzichtbar! Gestolpert bin ich auch über Formulierungen wie „Nacht“, „üppiges Grün“, einfach so dahingesagt. Und was sind eigentlich saure Kartoffeln und woran erkennt man diese, wenn sie in einer Schüssel serviert werden?</p>
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<p>Die meisten beim DOK gezeigten Filme sind erst kurz vor Festivalbeginn fertiggestellt und werden größtenteils ohne barrierefreie Fassung angeliefert. Zwei Ausnahmen waren „Bei uns heißt sie Hanka“ und „The Gate“, den habe ich verpaßt. Die mitgelieferten Audiodeskriptionen wurden bei der Greta App bereitgestellt, aus Kostengründen eine sehr sinnvolle Entscheidung!</p>
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<p>Für die anderen sieben Filme hatte das DOK die Erstellung der Hörfilmfassung eigens für das Festival beauftragt. Schon deshalb und aus vielen weiteren Gründen können sich andere Festivals beim DOK eine riesige Scheibe abschneiden!</p>
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<p><strong>Ich freue mich schon auf das nächste Mal in Leipzig und bin schon sehr auf das Motiv des DOK 2024 gespannt!</strong></p>
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		<title>Was zum Nachhören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2023 11:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hier und da unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Isensee]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfunk Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Indiefilmtalk]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Hauer]]></category>
		<category><![CDATA[Radioeins]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer schreibt, der bleibt,und die, die sprechen, auch! Worüber wir da, im Radio und im Podcast sprachen,könnt ihr da, vor euren Empfangsgeräten, ganz in Ruhe nachhören! Aber wer sprach da eigentlich mit wem und wo? Eine Station war die Medienstadt Potsdam-Babelsberg anläßlich des„Radioeins inklusiv – der Radioday zur Vielfalt am Tag der Deutschen Einheit“!Am 03. Oktober übernahmen bei Radioeins &#8211; einem Sender des RBB &#8211; den ganzen Tag Menschen das Mikrofon, die mit einer Behinderung leben. Von zehn bis elf moderierte Jonas Karpa, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte! Wille Felix Zante und ich waren seine Gäste. Wir drei Kinofans hatten uns zuvor der Jahreszeit entsprechend den grandiosen Film „Fallende Blätter“ zu Gemüte geführt und sprachen darüber, wie man als blinder oder gehörloser Mensch einen Kinofilm erlebt. https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/369/2310/231003_sondersendung_1011_m.html?mc_cid=d960c5a8ef&#38;mc_eid=aadcfcf9f7 Und dann hatten wir gleich zu Beginn der Sendung einen tollen Überraschungsgast! Knut Elstermann, der Filmkritiker und Moderator des Filmmagazins „12 Uhr mittags“ (jeden Samstag bei Radioeins) schaute kurz ins Studio! Im regulären Programm des Deutschlandfunks in Berlin-Schöneberg durften die Filmbeschreiberin Elke Cremer und ich über unsere gemeinsame Arbeit sprechen. Für die Anmoderation mit Hildegard Knef, dem Räuber Hotzenplotz und natürlich der sympathischen Moderatorin der Sendung, Elena Gorgis, verweise ich gleich auf den Link zum Reinhören: https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-maschinenraum-des-kulturbetriebs-5-die-audiodeskription-dlf-kultur-5554f2c9-100.html Und schon sind die sieben Minuten wie nix verflogen! Etwas länger, aber genauso kurzweilig ist die 150. Folge des Indiefilmtalk Podcast!Seit sechs Jahren sprechen Yugen Yah (Regisseur) und Susanne Braun (Theaterwissenschaftlerin) regelmäßig mit verschiedenen Leuten aus der Filmbranche.Ihre Devise lautet:“Wir wollen was ändern und die Branche öffnen, damit etablierte Filmschaffende und Talente zusammenkommen und Themen von allen Seiten beleuchtet werden.” Wir saßen an einem runden Tisch, die Animationsregisseurin und Animatorin Anne Isensee, der Musiker, Komponist und Filmbeschreiber Jonas Hauer und ich. Und natürlich Susanne Braun, der ich jetzt sofort das Wort übergebe: https://indiefilmtalk.de/episodes/150-cinaesthesie-natuerlich-barrierefrei/ Und hier zum Nachlesen der Link zu dem spannenden Projekt: https://www.filmuniversitaet.de/artikel/detail/cinaesthesie-translating-animation Es ist schön, daß das gesprochene Wort dank der Technik konserviert werden kann, das geschriebene Wort büßt deshalb aber in keiner Weise an Bedeutung ein! Darum habe ich hier über gesprochene Worte geschrieben.]]></description>
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<p><strong>Wer schreibt, der bleibt,<br>und die, die sprechen, auch!</strong></p>



<p>Worüber wir da, im Radio und im Podcast sprachen,<br>könnt ihr da, vor euren Empfangsgeräten, ganz in Ruhe nachhören!</p>



<p><strong>Aber wer sprach da eigentlich mit wem und wo?</strong></p>



<p>Eine Station war die Medienstadt Potsdam-Babelsberg anläßlich des<br>„Radioeins inklusiv – der Radioday zur Vielfalt am Tag der Deutschen Einheit“!<br>Am 03. Oktober übernahmen bei <strong>Radioeins</strong> &#8211; einem Sender des RBB &#8211; den ganzen Tag Menschen das Mikrofon, die mit einer Behinderung leben. Von zehn bis elf moderierte Jonas Karpa, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte! Wille Felix Zante und ich waren seine Gäste. Wir drei Kinofans hatten uns zuvor der Jahreszeit entsprechend den grandiosen Film „Fallende Blätter“ zu Gemüte geführt und sprachen darüber, wie man als blinder oder gehörloser Mensch einen Kinofilm erlebt.</p>



<p><a href="https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/369/2310/231003_sondersendung_1011_m.html?mc_cid=d960c5a8ef&amp;mc_eid=aadcfcf9f7">https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/369/2310/231003_sondersendung_1011_m.html?mc_cid=d960c5a8ef&amp;mc_eid=aadcfcf9f7</a></p>



<p>Und dann hatten wir gleich zu Beginn der Sendung einen tollen Überraschungsgast! Knut Elstermann, der Filmkritiker und Moderator des Filmmagazins „12 Uhr mittags“ (jeden Samstag bei Radioeins) schaute kurz ins Studio!</p>



<p>Im regulären Programm des <strong>Deutschlandfunks</strong> in Berlin-Schöneberg durften die Filmbeschreiberin Elke Cremer und ich über unsere gemeinsame Arbeit sprechen. Für die Anmoderation mit Hildegard Knef, dem Räuber Hotzenplotz und natürlich der sympathischen Moderatorin der Sendung, Elena Gorgis, verweise ich gleich auf den Link zum Reinhören:</p>



<p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-maschinenraum-des-kulturbetriebs-5-die-audiodeskription-dlf-kultur-5554f2c9-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-maschinenraum-des-kulturbetriebs-5-die-audiodeskription-dlf-kultur-5554f2c9-100.html</a></p>



<p>Und schon sind die sieben Minuten wie nix verflogen!</p>



<p>Etwas länger, aber genauso kurzweilig ist die 150. Folge des <strong>Indiefilmtalk Podcast</strong>!<br>Seit sechs Jahren sprechen Yugen Yah (Regisseur) und Susanne Braun (Theaterwissenschaftlerin) regelmäßig mit verschiedenen Leuten aus der Filmbranche.<br>Ihre Devise lautet:<br>“Wir wollen was ändern und die Branche öffnen, damit etablierte Filmschaffende und Talente zusammenkommen und Themen von allen Seiten beleuchtet werden.”</p>



<p>Wir saßen an einem runden Tisch, die Animationsregisseurin und Animatorin Anne Isensee, der Musiker, Komponist und Filmbeschreiber Jonas Hauer und ich. Und natürlich Susanne Braun, der ich jetzt sofort das Wort übergebe:</p>



<p><a href="https://indiefilmtalk.de/episodes/150-cinaesthesie-natuerlich-barrierefrei/">https://indiefilmtalk.de/episodes/150-cinaesthesie-natuerlich-barrierefrei/</a></p>



<p>Und hier zum Nachlesen der Link zu dem spannenden Projekt:</p>



<p><a href="https://www.filmuniversitaet.de/artikel/detail/cinaesthesie-translating-animation">https://www.filmuniversitaet.de/artikel/detail/cinaesthesie-translating-animation</a></p>



<p>Es ist schön, daß das gesprochene Wort dank der Technik konserviert werden kann, das geschriebene Wort büßt deshalb aber in keiner Weise an Bedeutung ein! Darum habe ich hier über gesprochene Worte geschrieben.</p>
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